Mit einer Augmented-Reality-Brille bekommt das Krankenhauspersonal automatisch Informationen der Person im Bett angezeigt, wie etwa Diagnosen oder Laborbefunde.

Bildquelle: Universität Leipzig; Foto: Christian Hüller 

News • Kommunikationstechnologie

Wie 6G die Medizin der Zukunft vernetzt

Abschluss eines bundesweiten Forschungsprojekts zeigt innovative Ansätze für neue Technologien

Eine moderne, digital vernetzte Behandlung, von der Aufnahme in der Klinik über Diagnostik und Operation, bis hin zur Nachsorge zu Hause: Wie neue Kommunikationstechnologien medizinische Abläufe künftig effizienter gestalten und Personal entlasten können, präsentierten Wissenschaftler am Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Universität Leipzig. Es ist der Abschluss des bundesweiten Forschungsprojekts 6G Health unter Leitung des ICCAS und Vodafone. 

„Das 6G Health-Projekt demonstriert, wie der kommende Mobilfunkstandard 6G bei zukünftigen Anwendungen in der Medizin für noch mehr Effizienz und Sicherheit sorgen kann. Unsere Forschung zeigt, wie die Digitalisierung in Zeiten des Fachkräftemangels mit Augmented Reality, künstlicher Intelligenz und drahtloser Kommunikation künftig für eine moderne Gesundheitsversorgung genutzt werden kann“, sagt Prof. Dr. Thomas Neumuth, Technischer Direktor des ICCAS. 

Eine Frau hält ein Tablet hoch, das in einer Augmented-Reality-Ansicht Pfeile zur Navigation in einem Krankenhausflur anzeigt
Mit Unterstützung einer Navigations-App soll der Weg durch ein Krankenhaus zur nächsten Behandlungsstation künftig einfacher gelingen.

Bildquelle: Universität Leipzig; Foto: Christian Hüller

Der Einblick in die Medizintechnik der Zukunft, in Form einer Live-Demonstration am Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie der Universität Leipzig, zeigt zum Beispiel, wie digitale Technologien Patienten bereits beim Betreten einer Klinik unterstützen können. Das eigene Smartphone wird zum Wegweiser, indem es mit einer Augmented-Reality-App das Kamerabild der Umgebung mit Navigationspfeilen überlagert, die Patienten und Angehörige barrierearm und auf schnellstem Weg zum Zielort führen, zum Beispiel zum Untersuchungsraum. 

Im nachgebauten Operationssaal ermöglicht Teleneuromonitoring, dass externe Experten die Operation in Echtzeit über weite Distanzen verfolgen und das Team beraten können. Eine KI-basierte Echtzeit-Transkription dokumentiert dabei automatisch alle gesprochenen Inhalte und erkennt medizinische Schlüsselbegriffe sowie kritische Situationen. Ein Radar-Bett misst kontaktlos die Atem- und Herzfrequenz des Patienten, entlastet das Pflegepersonal und macht Abläufe auf der Intensivstation effizienter und sicherer. 

Eine Hand hält ein Tablet mit einer Liste von Patientendaten hoch. Unscharf im...
Auf einem Tablet werden drahtlos per Funkwelle die aktuellen Vitaldaten und Patienteninformationen angezeigt, sobald Ärzte oder Pfleger an ein Krankenbett treten.

Bildquelle: Universität Leipzig; Foto: Christian Hüller 

Auch für die Nachsorge wurden im aktuellen Forschungsprojekt Anwendungen erprobt, indem zum Beispiel Vitaldaten mit kleinen Sensoren automatisch aus dem häuslichen Umfeld an medizinische Fachkräfte übertragen werden. So könnten Patienten nach einem Eingriff früher nach Hause entlassen werden, während ihr Gesundheitszustand weiterhin kontinuierlich überwacht wird. Ein exemplarischer Fall zeigt das etwa in Form eines Herzunterstützungssystems für Kinder mit schwerer Herzinsuffizienz. Der Demonstrator veranschaulicht, wie Gerätedaten des Systems über ein Smartphone sicher in eine Cloud übertragen und dort medizinisch ausgewertet werden können. 

Das 6G Health-Projekt baut auf bereits bestehende 5G-Lösungen wie die telemedizinische Unterstützung von Notfalleinsätzen oder den mobilen Ultraschall auf. „Unser Ziel ist es, die Anforderungen und Bedürfnisse der medizinischen Anwender von Anfang an in die Entwicklung und Standardisierung des neuen Mobilfunkstandards 6G einzubringen. Nur so kann es gelingen, dass die Technologie nach der Einführung ab 2030 den Alltag von Behandelnden in Kliniken und Pflegeeinrichtungen spürbar erleichtert und somit letztendlich die Versorgung der Patienten verbessert. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Der nächste Schritt ist nun die Übersetzung der entwickelten Prototypen und Konzepte in marktfähige Produkte, die in der Praxis eingesetzt werden können“, sagt Clemens Möllenhoff, der als Wissenschaftler am ICCAS und stellvertretender Projektleiter 6G Health drei Jahre intensiv begleitet hat. 


Quelle: Universität Leipzig 

02.04.2026

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