Quelle: Pixabay/sabinevanerp

Neurodegeneration

Schützende Genvariante bei Alzheimer identifiziert

Wissenschaftler der Bringham Young University haben eine seltene Genvariante entdeckt, die Personen mit einem hohen Erkrankungsrisiko gegen Alzheimer schützen kann. Dabei handelt es sich um ältere Menschen, die über bekannte genetische Risikofaktoren verfügen und trotzdem nie erkrankt sind.

Hoffnung für Therapie

Die leitenden Forscher Perry Ridge und John Kauwe hoffen, dass die in "Genome Medicine" veröffentlichten Ergebnisse einen neuen und vielversprechenden Beitrag zur Behandlung von Alzheimer leisten. Es gibt also einen spezifischen Grund, warum Personen, die eigentlich an Alzheimer erkranken sollten, gesund bleiben. Laut den Experten lässt sich mit Medikamenten auf diese genetische Funktion abzielen und das Erkrankungsrisiko verringern.

Die Wissenschaftler wollten genetische Varianten identifizieren, die vor der Erkrankung schützen und nicht jene, die sie verursachen. "Es ist uns gelungen, eine vielversprechende genetische Variante zu identifizieren." Ridge und Kauwe entwickeln einen biologischen Mechanismus, durch den eine genetische Variante Alzheimer tatsächlich beeinflusst.

Variante des Gens RAB10

Daten der Utah Population Database wurden mit historischen medizinischen Aufzeichnungen aus Utah kombiniert. Dadurch gelang es, zuerst Familien mit einer großen Anzahl an resilienten Mitgliedern herauszufiltern. Dabei handelte es sich um Personen, die über den größten genetischen Risikofaktor verfügten und trotzdem bis ins hohe Alter gesund blieben. Mittels Sequenzierung des Genoms und Kopplungsanalyse wurde nach DNA gesucht, über die diese Personen im Gegensatz zu jenen verfügten, die an den Folgen von Alzheimer starben.

Resiliente Personen trugen eine Variante des Gens RAB10 in sich. Im nächsten Schritt wurde die schützende Genvariante in Zellen überexprimiert und unterexprimiert, um die Folgen auf mit Alzheimer in Verbindung stehenden Proteinen zu untersuchen. Wird dieses Gen im Körper reduziert, verfügt es über das Potenzial das Alzheimer-Risiko zu senken. Laut Kauwe bedeuten die neuen Forschungsergebnisse ein neues Ziel mit einem neuen Mechanismus. Das könnte in Zukunft große Auswirkungen auf die Behandlung von Alzheimer haben.


Quelle: Brigham Young University/pressetext

03.12.2017

Verwandte Artikel

Neuroforschung

Virtual Reality macht Erinnerungen im Hirn sichtbar

Virtuelle Realität (VR) hilft Neurowissenschaftlern der University of California dabei herauszufinden, wie unterschiedliche Regionen des Gehirns Erinnerungen speichern. Halle Dimsdale-Zucker und…

Krebs-Forschung

Was Klon-Krebse uns über Tumore verraten können

Ein Flusskrebs, der sich von alleine im Aquarium fortpflanzte, verblüffte vor einigen Jahren Tierhalter und Wissenschaftler. Erklären ließ sich dies nur durch das Phänomen der Jungfernzeugung,…

Organtransplantation

DNA verrät, ob die neue Niere angenommen wird

Eine neue Studie hat jene Gene, die am besten den langfristigen Erfolg einer Nierentransplantation vorhersagen, auf einen kurzen DNA-Abschnitt eingeengt. Forscher unter der Leitung des National…

Verwandte Produkte

Research use only (RUO)

Eppendorf - Mastercycler nexus X2

Eppendorf AG

Amplification/Detection

Agena Bioscience - MassARRAY Colon Panel

Agena Bioscience GmbH

Amplification/Detection

Agena Bioscience - MassARRAY Dx Analyzer 4

Agena Bioscience GmbH

Amplification/Detection

Agena Bioscience - MassARRAY Dx Lung Panel

Agena Bioscience GmbH

Clinical chemistry

Agena Bioscience - MassARRAY Dx Nanodispenser RS 1000

Agena Bioscience GmbH

Integrated systems

Biomed – GenomEra CDX Instrument

Biomed Labordiagnostik GmbH