CT-Aufnahme der Lunge (Symbolbild): Mithilfe struktureller Befundung soll die Erforschung der durch das neue Coronavirus verursachte Erkrankung COVID-19 vorangebracht werden.

Coronavirus-Diagnostik

Vorlage für die standardisierte Beurteilung von COVID-19 im CT

Das Medizintechnikunternehmen Mint Medical GmbH hat eine neue Befundungsvorlage für die quantitative Diagnose von Anomalien entwickelt, die für die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) charakteristisch sind, und stellt diese jetzt zur Verfügung.

Das Ziel der Vorlage ist es, die Beurteilung und Datenerfassung der COVID-19-Krankheit zu standardisieren. Hiermit schafft Mint Medical die Infrastruktur für die Datenerfassung im Zuge zukünftiger mono- und multizentrischer Kohortenstudien, um auswertbare Daten zu generieren und Einblicke in die Charakteristika von COVID-19 zu gewinnen. ”Wir möchten Radiologen dazu ermutigen, zur Verfügbarkeit wissenschaftlich verwertbarer Primärdaten beizutragen und durch Evidenz auf Basis einer wachsenden Datenbank die Diagnose und Therapie der Erkrankung zu verbessern”, sagt Dr. Matthias Baumhauer, Geschäftsführer bei Mint Medical.

In der ersten Märzwoche wird Mint Medical allen bestehenden Anwendern die entsprechenden Softwarefunktionen kostenlos zur Verfügung stellen. Das Unternehmen plant darüber hinaus, die COVID-19-Befundungsvorlage auch Institutionen anzubieten, die keine Vor-Ort-Installation von mint Lesion haben. Kliniken und radiologischen Praxen wird dann angeboten, geeignete diagnostische Verfahren mittels einer cloud-basierten Version von mint Lesion durchzuführen, wo diese deidentifizierte Daten hochladen und gemäß den Vorgaben des Datenschutzes auswerten können.

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Quelle: Mint Medical

Jüngste Forschungen zeigen, dass die CT-Bildgebung als ein primäres Analysewerkzeug für die Diagnose der Infektion angesehen werden muss(Englischsprachiger Beitrag). Es ermöglicht die Überwachung des Krankheitsverlaufs, sowie die Beurteilung der Wirksamkeit von Therapien und Impfstoffkandidaten. “Dies ist jedoch nur möglich, wenn die radiologische Befunderhebung und -dokumentation quantitativ und mit direktem Bezug zu den Bilddaten erfolgt. Sie muss auf überregionaler, vorzugsweise globaler Ebene nach einheitlichen, vergleichbaren Kriterien koordiniert sein, so dass strukturierte Daten entstehen, die universell getauscht und ausgewertet werden können,“ so Dr. Baumhauer. Um dies zu ermöglichen hat Mint Medical eine evidenzbasierte Befundungsvorlage zur Identifikation und Charakterisierung der typischen Merkmale der viralen Pneumonie entwickelt. Die Befundungsvorlage unterstützt die Beurteilung im Rahmen von Erstdiagnostik wie auch der systematischen Erfassung des Verlaufs von COVID-19-Infektionen und soll somit zur Erforschung von Therapien und Impfstoffkandidaten beitragen. Neben radiologischen Parametern können auch relevante klinische Informationen dokumentiert werden. Alle Daten werden unter Berücksichtigung gängiger Vorgaben für klinische Forschung gesammelt, um die Datenqualität, Integrität und Rückverfolgbarkeit der Datenerhebung im Rahmen von mono- und multizentrischer Kohortenstudien zu gewährleisten.

In der mint Lesion Software wird der Anwender auch anhand eines Überblicks über die aktuelle Literatur zur CT-basierten Diagnose der COVID-19-Krankheit unterstützt. Des Weiteren zeigt mint Lesion auch durch eine umfangreiche Dokumentation an, wie die Befundungsvorlage erstellt wurde und welche Nachweise zur Definition der Datenelemente verwendet wurden. Mit Verfügbarkeit neuer Publikationen und Leitlinien wird Mint Medical die Befundungsvorlage so aktualisieren, dass bereits gesammelte Daten erhalten bleiben.

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Datenerfassung und -austausch zur Beschleunigung der Erforschung von Imaging-Biomarkern

Mint Medical will zum Aufbau einer zentralen Datenbank für eine überregionale Datenerhebung und -auswertung beitragen. Diese soll von einer vertrauenswürdigen Stelle, wie z.B. einem öffentlichen Betreiber, einem Universitätskrankenhaus, einer Forschungsgruppe oder einer Auftragsforschungseinrichtung, koordiniert werden. In der Datenbank können die gewonnenen Daten der teilnehmenden Institutionen entsprechend der nachvollziehbaren Kriterien in deidentifizierter Form aggregiert werden. Die aggregierten Daten sollen als hochwertige Quelle für Forscher dienen, die an der Entwicklung von COVID-19-Diagnostika, Therapien und Impfstoffen arbeiten. Weitere verwandte Forschungsvorhaben, wie etwa die Entwicklung von KI-Algorithmen zur Unterstützung der Bilddiagnostik, haben bereits begonnen.

Die gesammelten Daten können mint Analytics, einem Softwaremodul der Mint Medical zur visuellen Datenanalyse, ausgewertet werden. Darüber hinaus können sie in verschiedene menschen- und maschinenlesbare Formate zur externen Analyse exportiert werden. Alle Bildannotationen können in Open-Source-Formaten, wie NRRD, oder als DICOM-konforme Annotationen (DICOM RT, DICOM Seg. Surface Obj.) überführt werden. Der Datenaustausch mit anderen Systemen, wie etwa Krankenhausinformationssystemen, kann zur Aufnahme klinischer Daten über standardisierte Schnittstellen, wie etwa HL7, FHIR, und openEHR erfolgen.


Quelle: Mint Medical

05.03.2020

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