Verschlusssache PAVK

Anfang 2010 startete die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. (DGA) die „Verschlusssache PAVK“: eine Aufklärungskampagne zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Bislang fristet die PAVK in der öffentlichen Wahrnehmung, der ärztlichen Diagnostik und im Informationsangebot des Gesundheitswesens ein Schattendasein.

Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte (rechts), Präsident der DGA, Chefarzt...
Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte (rechts), Präsident der DGA, Chefarzt Gefäßzentrum
Berlin Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Die Kampagne informiert über diese Krankheit, ihre Risiken, Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten. Dies tut sie mit Hilfe eines partnerschaftlichen Netzwerks, der „Initiative gegen PAVK“.

„Der DGA ist es ein wichtiges Anliegen, über diese unbekannte Volkskrankheit zu informieren. Denn eine frühe und umfassende Behandlung von Risikofaktoren der PAVK schützt vor den gravierenden Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Amputation“, so Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte, Präsident der DGA. Schließlich sind 4,5 Millionen Menschen deutschlandweit an einer PAVK erkrankt. Außerdem gehört PAVK zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem höchsten Sterberisiko. Die getABI-Studie zeigt, dass jeder Fünfte vom Hausarzt untersuchte Patient über 65 Jahre PAVK im beginnenden oder sogar fortgeschrittenen Stadium eine PAVK hat ohne davon zu wissen. Dabei kann beim Verdacht auf Durchblutungsstörungen die Bestimmung des Knöchel-Arm-Indexes (ABI) bereits frühzeitig eine PAVK nachweisen. Diese einfache, kostengünstige und schmerzfreie Dopplerdruckmessung ist so treffsicher, dass sie sogar eine PAVK beweist, wenn noch keine Beschwerden vorliegen.

Mit den „Verschlussmappen“ wendet sich die Initiative auch an Ärzte nicht angiologischer Fachrichtungen sowie an Akteure im Gesundheitswesen, um sie für das Thema zu sensibilisieren. In den Mappen befinden sich Aufklärungs¬materialien für Patienten: ein Poster für den Wartebereich, ein Informationsflyer zur PAVK sowie eine Checkkarte, mit der das eigene PAVK-Risiko ermittelt werden kann. Jeder Arzt, der seine Patienten über die PAVK aufklären möchte, kann die Materialien auf Anfrage nachdrucken und an Patienten weitergeben oder in Wartebereichen auslegen. Die Mappen sind zur Weitergabe an überweisende Ärzte gedacht.

Präsentiert wird die Kampagne während ärztlicher Fortbildungen, auf Kongressen sowie im Rahmen von Patiententagen. Nächster Termin ist im September 2010 die Dreiländertagung der deutschsprachigen, angiologischen Fachgesellschaften in Basel. Ebenso stützen einzelne Kliniken die Kampagne auf ihren Patiententagen.

Auch im Internet ist die Kampagne präsent: Unter www.verschlusssache-pavk .de finden Patienten die wichtigsten Fakten zur PAVK, können nach Gefäßsportgruppen und Ärzten suchen. Jeder Arzt, der gefäßmedizinisch arbeitet, kann sich auf der Seite in die Arztdatenbank eintragen.

Zu den Partnern der „Initiative gegen PAVK“ gehören: Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Sanofi-Aventis, UCB Pharma GmbH, ev3 und Cook Medical. Außerdem wird die Initiative unterstützt von: Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Gefäßchirurgen e. V., Berufsverband Deutscher Internisten e.V., C. R. Bard GmbH, Deutsche Gefäßliga e.V., Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie, Deutsches Grünes Kreuz e.V. und diabetesDE.

Weitere Informationen zur Kampagne: info@dga-gefaessmedizin.de

04.11.2010

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