Teleradiologieverbund Ruhr geht in den Regelbetrieb über

Am Rande des VISUS Symposiums am 26. Juni in Essen resümierte Marcus Kremers, Geschäftsführer der MedEcon Telemedizin GmbH aus Bochum, den erfolgreichen Übergang des Projektes Teleradiologieverbund Ruhr in den Regelbetrieb.

Photo: Teleradiologieverbund Ruhr geht in den Regelbetrieb über
Photo: Teleradiologieverbund Ruhr geht in den Regelbetrieb über

„Nach einer ausgiebigen Pilotphase mit zunächst geplanten 20 und zuletzt 35 Teilnehmern sowie einem begleitenden intensiven Austausch mit den teilnehmenden Kliniken und Praxen, konnten wir die Teilnehmerzahl weiter steigern und streben in den nächsten Wochen die Einbindung des 50. Mitglieds an.“

Tatsächlich hat sich der Verbund, dessen Startschuss auf dem Radiologie-Kongress-Ruhr 2010 fiel, etabliert. Aktuell werden über 150 Verbindungen zwischen den Teilnehmern aktiv genutzt, das übertragende Datenvolumen steigt stetig an und auch die Möglichkeiten der abteilungsübergreifenden Kommunikation, beispielsweise zwischen Radiologie, Neurologie, Unfallchirurgie und Kardiologie werden immer häufiger genutzt. Armin de Greiff, Verantwortlicher für RIS und PACS am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikum Essen (UKE), verdeutlichte dies in seinem Symposiums-Beitrag eindrucksvoll, gehen bei ihm doch mittlerweile Studien von über 20 verschiedenen Kliniken und Praxen ein.

Im Teleradiologieverbund Ruhr können auf Basis der anerkannten DICOM E-Mail Standardempfehlung die Teilnehmer barrierefrei und herstellerneutral untereinander Patientenbilder austauschen. „Gerade die Möglichkeit, aus der bestehenden Intrastruktur heraus kommunizieren zu können und sich nicht an einen neuen Hersteller binden zu müssen, war den Verantwortlichen in den Kliniken sehr wichtig“, so Kremers. „Die Anbindung neuer Teilnehmer funktioniert ebenso reibungslos, wie der gesamte Routinebetrieb im Verbund.“

Der Teleradiologieverbund Ruhr entstand aus einer Initiative der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr heraus. Unter Federführung von MedEcon Ruhr, der Beteiligung zahlreicher regionaler Institutionen wie dem Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG) und dem Fraunhofer Institut für Software und Systemtechnik sowie mit stetigem Input der Ärzte und IT-Verantwortlichen der Kliniken und Praxen, allen voran Schirmherr Prof. Dr. Lothar Heuser vom Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, wuchs in kurzer Zeit ein lebendiges Netzwerk. In diesem werden telekonsiliarische Leistungen ausgetauscht, es finden verlegungsbegleitende Bildübermittlungen statt sowie ein Bildversand ohne aufwendiges Erstellen von CDs/DVDs und ohne teure Transportkosten für Kurierdienste. Diese unkomplizierte Verfahrensweise wird auch von Dr. Eckhart Mielke aus der Radiologie Iserlohn sehr geschätzt. Auf dem VISUS-Symposium erläuterte er den rund 300 Teilnehmern die Kostenersparnisse und die gute Erreichbarkeit der Partner, die auch ohne aufwendige VPN-Verbindungen sicher und schnell Bilder empfangen können. „Der Versand von Patientenbildern per Taxi von Iserlohn nach Dortmund oder Bochum kostete bisher jeweils 30 bis 50 Euro. Die Gebühren für die Teilnahme am Teleradiologieverbund Ruhr rechnen sich durch diese Einsparungen für uns schon in kürzester Zeit“, so Dr. Mielke

Derzeit werden gerade die Vorbereitungen getroffen, um Schlaganfall-Verbünde und Trauma-Netzwerke zu integrieren. Außerdem rollt sich der Verbund aufgrund der Nachfrage stetig weiter in Richtung Rheinland, Sauerland, Ostwestfalen und Bergisches Land aus. „Aktuell werden besonders am Niederrhein weitere Teilnehmer angeschlossen, am Rande des Symposiums gab es weitreichende Gespräche, u.a. mit Kliniken aus Duisburg, Moers, Neuss und Krefeld“, so Kremers, der davon überzeugt ist, dass der Teleradiologieverbund Ruhr nicht nur eine Lösung für die Ruhr bleibt. Das Interesse bei der Vorstellung des Verbundes auf Fachveranstaltungen, wie dem VISUS Symposium, unterstreicht dabei seine Einschätzung.
 

05.07.2012

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