Versorgungsstandard

Telemedizin wird zum Mainstream in Europa

Einen Blick nach Europa konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Nationalen Fachkongresses Telemedizin“ am gestrigen Tag werfen. Die hohe Bedeutung der Telemedizin für das europäische Gesundheitswesen und die europäische Integration sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für Deutschland waren Schwerpunkte der Diskussion.

Für die Qualität der medizinischen Versorgung setzt ganz Europa immer stärker auf Digitalisierung und Telemedizin – das wurde am ersten Tag des „7. Nationalen Fachkongresses Telemedizin“ in Berlin mehr als deutlich. Auf Einladung der Veranstalterin, der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed), stellten Vertreterinnen und Vertreter aus sieben Ländern den aktuellen Stand der Dinge in ihrem jeweiligen Heimatland dar. Allerorten sind dynamische Entwicklungen im Bereich eHealth zu beobachten. Einzelne telemedizinische Anwendungen, deren Nutzen umfangreich nachgewiesen wurde, befinden sich im Routinebetrieb.

Als besonders erfolgreich erwies sich auch auf internationaler Ebene die teleneurologische Schlaganfallversorgung (z. B. in England). Aber auch Anwendungen der Teledermatologie und das Telescreening werden international in der Regelversorgung genutzt. Die meisten Länder setzen zudem auf den Aufbau einer landesweiten IT-Plattform. Der Flächenstaat Schweden ist hier mit seiner nationalen Strategie Vorreiter. Bei ca. 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern laufen rund 400 Millionen digitale, überwiegend administrative Transaktionen jährlich auf der Plattform. Als nächsten Schritt plant Schweden die Erweiterung dieser Plattform zur Nutzung eines flächendeckenden Telemonitorings sowie von Videokonferenztechnik in der Teletherapie.

Viele europäische Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Deutschland. Der Bedarf an länderübergreifender Vernetzung ist da – erste Anknüpfungspunkte bestehen bereits. Auf dem sehr gut besuchten Fachkongress wurde zwar auf die noch bestehenden Schwachstellen verwiesen, aber Deutschland ist auch europaweit gesehen auf einem guten Weg: Der Fahrplan zum Aufbau der Telematikinfratruktur steht. Die telemedizinische Versorgung nach Schlaganfall („Tele-Stroke“) ist auch hier Standard und die Videosprechstunde steht im Sinne des E-Health-Gesetzes vor der flächendeckenden Einführung. Die Bundesländer haben durch spezielle Förderprogramme erfolgreiche Telemedizinprojekte angestoßen und so den Nutzen der Telemedizin nachgewiesen. Jetzt kommt es darauf an, aus den Projekten regelhafte Anwendungen für alle Patientinnen und Patienten zu machen. Die Anstrengungen der Bundesländer bei der Förderung der Telemedizin haben sich also gelohnt!


Quelle: ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH

07.11.2016

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