Ohne Nadel, ohne Schmerz: Ist das die Blutentnahme der Zukunft?
Quelle: Pixabay/qimono/OpenClipartVectors

Saugen statt piksen

Ohne Nadel, ohne Schmerz: Ist das die Blutentnahme der Zukunft?

Der gefürchtete Piks mit einer Nadel zur Blutentnahme ist dank einer Neuentwicklung von Loop Medical künftig nur noch in Ausnahmefällen nötig. Die Experten der Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben ein Gerät entwickelt, das Blut ansaugt.

Derzeit basieren 70 Prozent aller medizinischen Diagnoseentscheidungen auf der Blutanalyse

Arthur Queval

 Wie genau es funktioniert, verschweigen die Entwickler, wohl aus patentrechtlichen Gründen. Das Gadget wird am Arm befestigt und sammelt so viel Blut, dass es für die meisten Diagnosen reicht, sagt Arthur Queval, Entwickler des Systems und Gründer von Loop Medical. Die Blutabnahme soll völlig schmerzfrei ablaufen, versichert Queval. Jeder kann das Gerät bedienen, medizinisches Personal ist also nicht nötig. "Derzeit basieren 70 Prozent aller medizinischen Diagnoseentscheidungen auf der Blutanalyse", sagt Queval. Mit der schnellen Entwicklung der personalisierten Medizin beschleunige sich dieser Trend noch.

Das handgroße Gerät schickt die Daten via Web an ein spezialisiertes Labor. Ein Protokoll sorgt dafür, dass die Probendaten nachvollziehbar bleiben, sodass Fehler ausgeschlossen sind, die zu Fehldiagnosen führen könnten. Queval hat zwar ein Analysesystem entwickelt, das vor Ort funktioniert. "Eine dezentralisierte Auswertung beschränkt sich jedoch auf wenige Kennwerte", sagt Queval. Es sei zu teuer, das dezentrale Analyselabor so auszustatten, dass es die gleiche Zahl von Kennwerten bestimme wie ein spezialisiertes Labor.

Die Bill & Melinda Gates Stiftung hat die Neuheit mit 400.000 Dollar unterstützt. Der Microsoft-Gründer und seine Frau sehen Bedarf in Ländern der Dritten Welt, in denen es an praktizierter Hygiene fehlt. Queval hat vor einigen Jahren ein System vorgestellt, mit dem Menschen, die an Blutgerinnungsproblemen leiden, sich selbst überwachen können. "Sceptre" heißt das System, das allerdings noch nicht nadelfrei ist. Das Blut, das analysiert werden soll, muss noch durch einen Pikser in die Fingerkuppe gewonnen werden. Es lässt sich mittlerweile für verschiedene Tests einsetzen. Die Ergebnisse erscheinen auf einem Smartphone-Display.


Quelle: École polytechnique fédérale de Lausanne/pressetext

22.02.2018

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