
Bildquelle: Universitätsmedizin Frankfurt
News • Ultra-Niedrigfeld-Bildgebung
Mobiles MRT: Neuro-Diagnostik direkt am Krankenbett
Studie analysiert Auswirkungen auf Patientensicherheit, Personal-, und Energieressourcen
Die Universitätsmedizin Frankfurt setzt ein neuartiges, portables Ultra-Niedrigfeld-MRT zur Kopfbildgebung ein. In einer Studie wird untersucht, ob die MRT-Diagnostik direkt am Krankenbett die Sicherheit und den Komfort für Patientinnen und Patienten erhöhen und gleichzeitig Ressourcen schonen kann.
Bislang nutzen in Deutschland nur drei weitere Standorte ein mobiles Ultra-Niedrigfeld-MRT-System. Das Gerät ist deutlich kleiner und kompakter als ein konventionelles Hochfeld-MRT, passt durch jede Standardtür und ist dank seiner Rollen flexibel einsetzbar. Die Bildgebung des Kopfes kann somit direkt am Patientenbett erfolgen. Auf diese Weise sollen insbesondere bei kritisch kranken Intensivpatientinnen und -patienten Transportrisiken vermieden, Personal- und Energieressourcen geschont sowie diagnostische Entscheidungen beschleunigt werden.

Bildquelle: Universitätsmedizin Frankfurt
Im Rahmen der NEUROPORT-Studie wird analysiert, ob das portable Ultra-Niedrigfeld-MRT eine diagnostisch gleichwertige – möglicherweise sogar sicherere – Alternative zur konventionellen MRT darstellt. Die Studie wird von der Dr. Senckenbergischen Stiftung gefördert und interdisziplinär von der Universitätsmedizin Frankfurt kofinanziert.
An dem Projekt sind drei Einrichtungen der Universitätsmedizin Frankfurt beteiligt: das Institut für Neuroradiologie, die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Prof. Dr. Elke Hattingen, Direktorin des Instituts für Neuroradiologie, erläutert: „Interdisziplinarität zeichnet die Universitätsmedizin aus – mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten noch besser zu versorgen. In der NEUROPORT-Studie untersuchen mehrere Disziplinen gemeinsam, ob das neue Ultra-Niedrigfeld-MRT uns dabei unterstützen kann.“ „Besonders Intensivpatientinnen und -patienten könnten vom Einsatz des Geräts profitieren, da auf den Transport zur MRT-Untersuchung verzichtet werden kann. Dadurch lassen sich Transportrisiken reduzieren, und es wird im Gegensatz zur Hochfeld-MRT kein zusätzliches Personal und Equipment für die Untersuchung benötigt,“ ergänzt Studienleiterin PD Dr. Katharina Wenger-Alakmeh, Oberärztin und Sektionsleitung Translationale Bildgebung.
Das mobile MRT-Gehirnbildgebungssystem benötigt aufgrund seiner geringeren Magnetfeldstärke keine spezielle Stromversorgung und kann an einer herkömmlichen Steckdose betrieben werden
Thomas Vogl
Auch in der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie werden Vorteile für die Akutversorgung erwartet: „Gerade in Notfallsituationen ist Schnelligkeit ein entscheidender Faktor“, erklärt Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski. „Das Ultra-Niedrigfeld-MRT könnte dazu beitragen, Kapazitäten effizienter zu nutzen, Verzögerungen in der Behandlung zu reduzieren und diagnostische Entscheidungen schneller zu treffen. Dies kann helfen, Klinikaufenthalte zu verkürzen und das Outcome unserer Patientinnen und Patienten zu verbessern. Oberarzt Dr. Angelo Ippolito wird von unserer Seite aus zentrale Aufgaben in der Projektumsetzung übernehmen.“
Neben möglichen Einsparungen bei Behandlungs- und Prozesskosten bietet das Ultra-Niedrigfeld-MRT auch wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Sowohl die Anschaffungs- als auch die Betriebskosten liegen unter denen eines Standard-MRT. „Das mobile MRT-Gehirnbildgebungssystem benötigt aufgrund seiner geringeren Magnetfeldstärke keine spezielle Stromversorgung und kann an einer herkömmlichen Steckdose betrieben werden. Niedrigfeld-MRT mit Permanentmagneten kommen zudem ohne flüssiges Helium zur Kühlung aus und haben einen deutlich geringeren Energieverbrauch als supraleitende Systeme. Dadurch erwarten wir auch Vorteile im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit“, fasst Prof. Dr. Thomas Vogl, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, die technischen Details zusammen.
Mit jährlich mehr als 2.000 schwerstkranken Patientinnen und Patienten auf der anästhesiologisch geführten Intensivstation sowie einem interdisziplinären Studienteam mit Expertise in Neuroradiologie, Intensivmedizin, Protokoll- und Sequenzentwicklung sowie Studienkoordination ist die Universitätsmedizin Frankfurt als Studienzentrum hervorragend aufgestellt.
Der Studienstart ist für Anfang 2026 geplant. Über einen Zeitraum von einem Jahr sollen Patientinnen und Patienten in das Studiensetting eingeschlossen werden. Anschließend wird sich zeigen, ob das portable Diagnosegerät die in es gesetzten Erwartungen erfüllt.
Quelle: Universitätsmedizin Frankfurt
19.01.2026









