Atmosphärenforscher Rodney Weber und seine Kollegen sind der Frage...
Atmosphärenforscher Rodney Weber und seine Kollegen sind der Frage nachgegangen, wie schädlich Emissionen aus 3D-Druckern für die Lunge sind.

Bildquelle: Allison Carter

Last für die Lunge

Wie gefährlich sind Emissionen von 3D-Druckern?

3D-Drucker sind in immer mehr Haushalten zu finden. Forscher warnen jetzt vor möglichen Gesundheitsrisiken, die von den Geräten ausgehen:

Beim Druckvorgang können Feinstaub und Gase entstehen, die in die Lunge eindringen und Entzündungen in den Bronchien und der Lunge selbst auslösen können. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des Georgia Institute of Technology. Die Experten haben Emissionen von Druckern gesammelt und im Labor verschiedene Tests mit deren Auswirkungen auf Zellkulturen aus den Atemwegen durchgeführt. "All diese Versuche mit hohen Dosen zeigten Vergiftungserscheinungen an den Zellen", sagt Forscher Rodney Weber. Die Reaktionen waren bei unterschiedlichen Feinstaub-Materialien ähnlich beunruhigend. Es ging immer um Kunststoff. Die Studie war Teil eines Forschungsprojekts zur Ermittlung der Druckeremissionen in einer kontrollierten Umgebung.

Die Wissenschaftler stellten ihre Ergebnisse jetzt im Journal Environmental Science & Technology vor.

3d printed blue object
3D-gedrucktes Objekt: Filamente wie ABS stehen im Verdacht, beim Erhitzen schädliche Dämpfe zu entwickeln.
Quelle: Rob Felt

Beim 3D-Druck wird Kunststoffpulver verteilt. Ein feiner Laserstrahl erwärmt die Bereiche, die bleiben sollen, sodass sie kurzzeitig aufschmelzen und sich miteinander verbinden. Nach dem Erkalten ist dieser Bereich fest. Übriggebliebenes Pulver wird auf dieses Objekt gestreut, sodass sich die nächste Schicht herstellen lässt. Die Luftverunreinigung ist umso größer, je höher die Temperatur ist, die zum Aufschmelzen benötigt wird. Der Kunststoff Acrylnitrit-Butadien-Styrol (ABS), der höhere Temperaturen braucht, emittiert mehr als Polymilchsäure (Polylactide/PLA).

Um die Folgen der Emissionen auf lebende Zellen zu ermitteln, haben die Forscher das Wissen von Kollegen des Weizmann Institute of Science genutzt. Die Tests fanden an menschlichem Gewebe und an Immunzellen von Ratten statt. Dabei zeigte sich, dass die Emissionen von ABS und PLA toxisch wirken. Letztere allerdings nicht ganz so stark. Das lag allerdings nicht an der Wirkung der Emissionen, sondern daran, dass sie bei Verwendung von ABS mengenmäßig weit größer sind. Die Belastung der Luft in Städten mit Druckeremissionen kann mit der Zeit so schlimm werden wie die durch den Verkehr und anderer Emissionen, wie zum Beispiel durch Heizungsabgase, fürchtet Weber.


Quelle: Georgia Institute of Technology/pressetext

14.10.2019

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