Langstreckendrohne über dem Klinikum Ingolstadt (Montage).
Langstreckendrohne über dem Klinikum Ingolstadt (Montage).

Quelle: Klinikum Ingolstadt

Ins Krankenhaus

Langstreckendrohnen sollen Notfallmedikamente liefern

Das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt „MEDinTime“ testet in der Region Ingolstadt die Medikamentenversorgung mittels unbemannter Luftfahrtsysteme.

Das Projekt „MEDinTime“ wird im Rahmen des Förderaufrufes „Unbemannte Luftfahrtanwendungen und individuelle Luftmobilitätslösungen“ ab dem 28.10.2020 mit insgesamt 1,07 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Das Projektkonsortium besteht aus Experten des Klinikums Ingolstadt, der Technischen Hochschule Ingolstadt, des Landkreises Pfaffenhofen a. d. Ilm sowie vom Bayerischen Roten Kreuz - Landesgeschäftsstelle unter Projektleitung des Verbundkoordinators Quantum-Systems GmbH.

Das Projekt „MEDinTime“ befasst sich mit einer innovativen Mobilitätslösung für eine wachsende Problemstellung in der Medikamentenversorgung von Kliniken.

Kliniken müssen eine größere Auswahl an Medikamenten rund um die Uhr zur Patientenversorgung vorhalten. Darüber hinaus muss die schnelle Bereitstellung spezieller Notfallmedikamente in kürzester Zeit sichergestellt sein. Dies wird i.d.R. durch entsprechend ausgestattete Klinikapotheken gewährleistet. Auch Krankenhäuser der Grundversorgung (I. Versorgungsstufe) müssen wegen der Entfernung zur nächsten Apotheke und der damit verbundenen Transportzeit einen großen Bestand an Medikamenten vorhalten, um die Versorgung  jederzeit sicherstellen zu können. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums müssen die Präparate entsorgt werden. Dieser Umstand ist ein erheblicher Kostenfaktor, nicht nur für den Krankenhausbetreiber, sondern für das gesamte Gesundheitswesen.

Im Projekt „MEDinTime“ soll daher bis Dezember 2022 ein Demonstrator zur zuverlässigen und sicheren Versorgung regionaler Kliniken mit Medikamenten mittels automatisiert betriebener Flugdrohnen entwickelt und innerhalb einer längeren Testphase untersucht werden. Dafür wird zwischen dem Klinikum Ingolstadt und Pfaffenhofen eine Teststrecke eingerichtet. Zusätzlich soll das System Echtzeitdaten über die Verfügbarkeit zu transportierender Medikamente bereitstellen.

Als Drohnenbasis dienen senkrechtstartfähige Langstreckendrohnen der Quantum-Systems GmbH, die im Unterschied zu einfachen Kopterdrohnen auch weite Strecken (bis zu 100 km) schnell und geräuscharm sicher zurücklegen können. Die Drohnen werden im Projekt mit einer für den Medikamententransport und den gesetzlichen Vorgaben geeigneten, abnehmbaren, intelligenten Transportbox ausgestattet.

Darüber hinaus werden im Projekt die Grundlagen für weitere Anwendungsbereiche, wie z.B. der Medikamententransport in Katastrophengebiete gelegt. Ebenso ist der schnelle Lufttransport von Proben aus einem Testzentrum zu den Untersuchungslaboren mittelfristig denkbar.

Quelle: Klinikum Ingolstadt

27.11.2020

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Kernspinresonanz

Enorme Beschleunigung für die Medikamentenforschung

Kernspinresonanz (engl. nuclear magnetic resonance, NMR) ist ein wichtiges Instrument für die Arzneimittelforschung, da sie die Bindung von Wirkstoffen an Krankheitserreger quantifizieren und…

Photo

Neues Whitepaper

Einsatzszenarien für KI im Krankenhaus

Vom Unfallort über den Transport bis hin zur Behandlung im Krankenhaus – nach einem Unglück zählt in der Notfallversorgung jede Minute. Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) haben das…

Photo

Medizintechnik vernetzen

Bluetooth-Infrastruktur für Smart-Hospital-Lösungen

Der Health-IT-Anbieter Simplinic bietet Krankenhäusern Bluetooth-Netzwerk-Lösungen an, um Objekte zu lokalisieren, Live-Daten zu verarbeiten und Prozesse zu automatisieren. Nun öffnet das Berliner…