Bildquelle: Doctolib
News • Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen
KI-Offensive: NVIDIA steigt bei Doctolib ein
Der Chiphersteller wird Minderheitsaktionär beim europäischen Healthtech-Unternehmen, um die Entwicklung von KI-Modellen für Gesundheitsfachkräfte und Patienten voranzutreiben.
In Europa nutzen schon heute 100 Millionen Patienten und 580.000 Gesundheitsfachkräfte die Dienste von Doctolib, wie das Unternehmen berichtet. Allein in Deutschland sind es über 30 Millionen Patienten und 150.000 Gesundheitsfachkräfte. Rund 100 Wissenschaftler, Ingenieure und Designer arbeiten aktuell an den KI-Modellen und KI-Lösungen des Unternehmens. Dazu gehört eine Praxissoftware mit All-in-One-Ansatz und integrierten KI-Agenten: Sie sollen den Arbeitsalltag der Gesundheitsfachkräfte erleichtern und ihnen helfen, eine bessere Versorgung zu leisten.
Wir sind überzeugt, dass KI für Patienten und Gesundheitsfachkräfte enorm viel bewirken kann. Um das zu erreichen, bauen wir eigene Modelle und Technologien, die gemeinsam mit europäischen Gesundheitsfachkräften und Krankenhäusern entstehen
Stanislas Niox-Chateau
Der KI-Sprechstundenassistent – der bereits mehr als 12 Millionen Patientenbesuche dokumentiert hat – basiert auf einem eigenen, von Doctolib entwickelten Spracherkennungsmodell und versteht medizinisches Vokabular in mehreren Sprachen. Hinzu kommen weitere KI-Assistenten, die Gesundheitsfachkräfte bei vielen administrativen Aufgaben entlasten sollen – von Kodierung und Abrechnung über Sekretariatsarbeiten bis zum Dokumentenmanagement. Aktuell arbeitet Doctolib außerdem an neuen KI-Assistenten, die bei klinischen Entscheidungen unterstützen sollen und gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften entwickelt werden.
Auch für Patienten wird Doctolib sein KI-Angebot erweitern: Geplant ist ein persönlicher KI-Gesundheitsassistent, der alle Fragen rund um das Thema Gesundheit beantworten und Menschen durch jeden Schritt des Behandlungswegs begleiten soll.
Doctolib setzt bereits seit einem Jahr auf NVIDIA-Technologie. Die Investition soll dazu beitragen, KI-Talente zu gewinnen und die KI-Lösungen von Doctolib weiterzuentwickeln. Außerdem erhält Doctolib Zugang zu den Experten von NVIDIA und wird von ihnen beim Training seiner Modelle in Europa unterstützt.
Doctolib entwickelt seine eigenen KI-Modelle weiter, mit höchstem Anspruch an medizinische Genauigkeit und mit dem Ziel, sie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. In den kommenden Monaten bringt das Unternehmen die Entwicklung auf Open-Weight- und Open-Source-Basis voran und investiert noch stärker in seine europäische Infrastruktur. Dabei bleibe Doctolib seinem Prinzip treu, betont das Unternehmen: Wie bereits seit der Gründung hostet das Unternehmen alle Gesundheitsdaten in der Europäischen Union und Großbritannien unter seiner alleinigen Kontrolle. Das gilt auch für die KI-Modelle.
Stanislas Niox-Chateau, Mitgründer und CEO von Doctolib, sagt: "Wir sind überzeugt, dass KI für Patienten und Gesundheitsfachkräfte enorm viel bewirken kann. Um das zu erreichen, bauen wir eigene Modelle und Technologien, die gemeinsam mit europäischen Gesundheitsfachkräften und Krankenhäusern entstehen. Diese Investition wird es uns ermöglichen, schneller KI-Talente zu gewinnen und unsere Entwicklung voranzutreiben. Sie baut auf der Arbeit unserer Teams auf – die Doctolib zu einem der europäischen Champions für KI im Gesundheitswesen machen."
Quelle: Doctolib
14.10.2026



