Gutes Management führt Spracherkennung zum Erfolg

Die Einführung von Spracherkennung in einem Krankenhaus kann die Dokumentenerstellung beschleunigen, die Qualität der Dokumentation verbessern und die Patientenversorgung effektiver machen. Ein zentraler Erfolgsfaktor dabei ist ein effektives klinikinternes Management. Das war die Botschaft der Gesprächsrunde „Erfolgsfaktor(en) Spracherkennung“, die von HealthTech Wire im Rahmen der conhIT Networking-Events organisiert wurde.

 „Spracherkennung ist keine Software wie jede andere, sondern ein lernendes System“, betonte Kurt Martin, Vorstandsvorsitzender der 4voice AG. Das erfordere vom Nutzer eine gewisse Bereitschaft, mit dem System zu interagieren, um das individuelle Sprachprofil kontinuierlich zu verbessern. Sei das gegeben, dann entlaste Spracherkennung nicht nur den Schreibdienst, sondern auch den individuellen Anwender, weil beispielsweise Korrekturschleifen reduziert würden.

Holger Ladewig, Partner Manager bei Nuance Healthcare, schloss sich dieser Auffassung an. Er betonte, dass der Aufwand für die Personalisierung der Spracherkennung mit der kontinuierlichen Verbesserung der Systeme stark gesunken sei. So reiche für die anfängliche Schulung inklusive Personalisierung heute weniger als eine Stunde pro Anwender.

Entscheidend für den langfristigen Erfolg der Spracherkennung ist es, die einmal in das System eingeführten Nutzer dauerhaft bei der Stange zu halten. Für Andreas Kaysler, IT-Leiter an der Augusta-Kranken-Anstalt Bochum, ist das eine Frage der konsequenten Umsetzung. In Bochum arbeiten seit Jahren rund 300 Anwender aus allen Abteilungen an drei Klinikstandorten mit Spracherkennung. Weil die Klinikleitung diesen Weg der Dokumentenerstellung aktiv einfordert und die Nutzer bei Problemen unterstützt, geschehe es so gut wie nie, dass Anwender die Spracherkennung ablehnten. Die Abbrecherquote sei außerordentlich gering, so Kaysler.

Neben effektivem Management ist eine möglichst tiefe Integration ins Klinikinformationssystem der zweite wichtige Faktor für die Akzeptanz von Spracherkennung. Christoph Nahrstedt, Produktmanager für i.s.h.med bei Siemens, plädierte dafür, den in den letzten Jahren beschrittenen Weg in Richtung strukturierter Befundung konsequent weiterzugehen. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Texterstellung bei unterschiedlichen Anwendern gelte es auch im Kontext einer Spracherkennungsinstallation in möglichst hohem Maße gerecht zu werden. So sei bei guter Kooperation zwischen den beteiligten Unternehmen bereits heute das Arbeiten mit Textbausteinen oder ein mehrstufiges Diktieren von größeren Dokumenten wie etwa Arztbriefen möglich. Dieser Weg müsse unbedingt weiter beschritten werden.

22.04.2010

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