illustration of cervical cancer caused by hpv infection
Gebärmutterhalskrebs (Illustration) wird häufig durch das Humane Papillomavirus (HPV) ausgelöst – doch nicht jede Infektion führt zu einem Zervixkarzinom, betonen Experten.

Bildquelle: Scientific Animations (CC BY-SA 4.0)

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Gebärmutterhalskrebs: Was bringen Screening, HPV-Impfung & Co.?

Gebärmutterhalskrebs ist eine der wenigen Krebserkrankungen, die sich durch eine Impfung gegen die auslösenden Viren und regelmäßige Vorsorge in vielen Fällen verhindern lässt.

Die Tumoren entwickeln sich meist aus Gewebeveränderungen am unteren Teil der Gebärmutter: dem Gebärmutterhals. Weil dieser für Untersuchungen gut zugänglich ist, können Auffälligkeiten oft rechtzeitig erkannt werden. Das Programm zur Krebsfrüherkennung wurde im Januar 2020 auf Grundlage evidenzbasierter Leitlinien angepasst. Was ist neu? Wie genau läuft das Screening ab? Was ist bei einem auffälligen Befund zu tun? Diese und weitere Fragen klären Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, und Prof. Dr. Arndt Hartmann, Direktor des Pathologischen Instituts des Universitätsklinikums Erlangen, in ihrer Bürgervorlesung, die unter diesem Link kostenfrei zum Abruf sowie zum Download bereitsteht.

Aufgrund der regelmäßigen Testung auf HPV werden jedoch auch mehr Frauen als bisher mit einem positiven Ergebnis konfrontiert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es sich um Krebs oder dessen Vorstufen handelt

Arndt Hartmann

„Das neue Gebärmutterhalskrebs-Screening bringt mit dem Test auf Humane Papillomaviren (HPV) einen weiteren Baustein zur Krebsfrüherkennung ins Spiel“, erklärt Prof. Beckmann. Denn: „Eine Infektion mit bestimmten HP-Virustypen kann Dysplasien, also Krebsvorstufen, und daraus folgend Krebs entstehen lassen. Während der HPV-Test vor 2020 in der Regel keine Kassenleistung war, wird er im Rahmen der Vorsorge nun für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren routinemäßig alle drei Jahre in Kombination mit einem zytologischen Abstrich angeboten.“ Auffällige Befunde werden nach einem vordefinierten Schema weiter abgeklärt. „Aufgrund der regelmäßigen Testung auf HPV werden jedoch auch mehr Frauen als bisher mit einem positiven Ergebnis konfrontiert“, erklärt Prof. Hartmann. „Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es sich um Krebs oder dessen Vorstufen handelt. Es ist daher wichtig, Frauen genau darüber aufzuklären.“

Weil jüngere Frauen eher wechselnde Sexualpartner haben, besteht bei ihnen ein höheres Risiko einer HPV-Infektion, die allerdings meist unbemerkt und folgenlos ausheilt. Ein regelmäßiger HPV-Test ist für unter 35-Jährige deshalb nur in wenigen Fällen sinnvoll. Frauen zwischen 20 und 34 können aber wie bisher einmal pro Jahr einen Pap-Abstrich vornehmen lassen.

Neu ist außerdem, dass die Krankenkassen schriftlich zur Untersuchung einladen und im Zuge dessen über das jetzt organisierte Früherkennungsprogramm informieren. Die jährliche klinische Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen im Bereich des Genitals und – je nach Alter – auch der Brust bleibt von den Änderungen unberührt. Prof. Beckmann betont: „Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen den Pap-Abstrich und den HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren nur alle drei Jahre bezahlen, sollten Frauen mindestens einmal jährlich einen Termin bei ihrem Frauenarzt zu sonstigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.“


Quelle: Universitätsklinikum Erlangen

20.07.2021

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