
Bildquelle: Uniklinik Köln; Foto: Klaus Schmidt
News • Enhanced Recovery After Surgery
ERAS: Nach der Herz-OP schneller wieder auf die Beine
Moderne minimalinvasive Chirurgie, eng abgestimmte Teamarbeit und spezielle ERAS-Nurses als persönliche Begleiterinnen: Die Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie im Herzzentrum der Uniklinik Köln hat erfolgreich ein neues Behandlungskonzept eingeführt, das Patientinnen und Patienten nach Herzoperationen eine schnellere und zugleich sichere Genesung ermöglicht.
Das sogenannte ERAS-Programm (Enhanced Recovery After Surgery) verbindet modernste Operationsverfahren mit einer besonders eng abgestimmten Betreuung vor, während und nach dem Eingriff. Ziel des Programms ist es, den Körper durch schonende Behandlungsmethoden möglichst wenig zu belasten und die Erholung gezielt zu unterstützen. Erste Erfahrungen zeigen: Die Kombination aus minimalinvasiver Herzchirurgie, strukturierter Vorbereitung und intensiver Betreuung trägt dazu bei, dass sich Patientinnen und Patienten schneller erholen und kürzere Krankenhausaufenthalte benötigen.
„ERAS verbindet minimalinvasive, voll-endoskopische Operationstechniken mit modernen perioperativen Strategien. Übergeordnetes Ziel ist die optimierte und beschleunigte Erholung unserer Patienten“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Lenard Conradi, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Uniklinik Köln.
ERAS hat das Potenzial, nach Etablierung der neuen klinischen Pfade zum Standard für die Mehrheit unserer herzchirurgischen Patienten zu werden
Lenard Conradi
Ein wichtiger Teil des Programms beginnt bereits vor dem eigentlichen Eingriff. In einer speziellen herzchirurgischen Sprechstunde werden Patientinnen und Patienten umfassend informiert und medizinisch auf die Operation vorbereitet. Diese frühzeitige Vorbereitung hilft vielen Menschen, Unsicherheiten abzubauen und sich aktiv auf die Operation einzustellen.
Eine zentrale Rolle im neuen Konzept übernehmen speziell geschulte Pflegefachkräfte, sogenannte ERAS-Nurses. Sie begleiten die Patientinnen und Patienten durch den gesamten Behandlungsprozess – von der Vorbereitung über den Krankenhausaufenthalt bis zur Entlassung. Als feste Ansprechpartnerinnen koordinieren sie Abläufe zwischen den verschiedenen Fachbereichen und behalten stets den Überblick über den individuellen Behandlungsplan. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet diese kontinuierliche Begleitung zusätzliche Sicherheit, wie die Rückmeldungen der bisherigen Patientinnen und Patienten bestätigen.
Das neue Konzept setzt außerdem auf besonders schonende Operationsmethoden. Die Eingriffe werden minimalinvasiv und vorwiegend endoskopisch durchgeführt. Ergänzt wird dies durch speziell angepasste Narkosen und ein modernes Schmerzmanagement. Dadurch können die Patienten häufig schon am Abend der Operation erstmals mobilisiert werden. Auch der Aufenthalt auf der Intensivstation kann sich dadurch verkürzen. Ein ergänzendes Element ist das sogenannte Same Day Surgery (SDS)-Konzept: Viele Patientinnen und Patienten werden erst am Morgen des Operationstages aufgenommen. Insgesamt lässt sich der Krankenhausaufenthalt so oft auf weniger als fünf Tage reduzieren – bei gleichzeitig hoher medizinischer Sicherheit.
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Die Einführung des neuen Programms ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit vieler Fachbereiche der Uniklinik Köln. Herzchirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin, Pflege, Physiotherapie und organisatorische Teams haben gemeinsam neue Abläufe entwickelt, um die Behandlung für Patientinnen und Patienten noch besser zu gestalten. „ERAS hat das Potenzial, nach Etablierung der neuen klinischen Pfade zum Standard für die Mehrheit unserer herzchirurgischen Patienten zu werden“, sagt Prof. Conradi.
Quelle: Uniklinik Köln
17.03.2026



