Head-Mount-Display

Endo- und laparoskopisch Operieren in der dritten Dimension

Das Universitätsklinikum Greifswald setzt seit September 2015 das 3D-Head-Mount-Display HMS-3000MT von Sony ein - derzeit bis zu achtmal pro Woche bei laparoskopischen Eingriffen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Das Team um Oberarzt PD Dr. med. habil. Maciej Patrzyk ist sowohl von den ergonomischen als auch bildtechnischen Vorteilen des neuen Systems im Vergleich zu 2D- und 3D-Monitoren überzeugt.

Das Universitätsklinikum Greifswald setzt seit September dieses Jahres das...
Das Universitätsklinikum Greifswald setzt seit September dieses Jahres das 3D-Head-Mount-Display HMS-3000MT von Sony ein – derzeit bis zu achtmal pro Woche bei laparoskopischen Eingriffen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.
Quelle: Sony
Das Team um Oberarzt PD Dr. med. habil. Maciej Patrzyk ist sowohl von den...
Das Team um Oberarzt PD Dr. med. habil. Maciej Patrzyk ist sowohl von den ergonomischen als auch bildtechnischen Vorteilen des neuen Systems im Vergleich zu 2D- und 3D-Monitoren überzeugt.
Quelle: Sony

Hintergrund

Das Universitätsklinikum Greifswald ist ein öffentlich-rechtliches Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern und die medizinische Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Jährlich versorgt es mit mehr als 900 Betten und 4.400 Mitarbeitern etwa 146.000 Patienten und nur die Chirurgie führt rund 2.700 Operationen durch. Als Klinikum der Maximalversorgung geht Greifswald wesentlich über die Schwerpunktversorgung hinaus und bildet parallel zur Forschung aktuell mehr als 1.000 Medizinstudenten aus. In der Abteilung für allgemeine Chirugie, Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Gefäßchirurgie stehen minimalinvasive Operationen im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Für Patienten mit bösartigen Tumoren verfolgt das Universitätsklinikum außerdem einen interdisziplinären Arbeitseinsatz und stimmt Behandlungskonzepte in einem Tumorboard mit Ärzten aus verschiedenen Fachabteilungen ab.

Herausforderung

Werden 3D-Systeme neu in Operationssäle eingeführt, so ist zunächst eine gewisse Eingewöhnungsphase vonnöten. Operationshelme müssen daher so intuitiv und ergonomisch wie möglich gestaltet sein, damit die Akzeptanz - vor allem bei älteren Ärztegenerationen - steigt. PD Dr. med. habil. Maciej Patrzyk, leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Chirurgie der Universitätsmedizin Greifswald, sieht als weitere Herausforderung die grundsätzliche Bildqualität von 3D-Systemen, die oftmals noch nicht ganz an die von 2D-Monitoren mit HD-Auflösung heranreicht. Da die heutige HD-Qualität von 2D-Bildschirmen den Verlust der dritten Dimension kompensiere und relativiere, suchen Chirurgen in dreidimensionalen Systemen die identisch gute Qualität wie 2D in HD-Auflösung.

Die Lösung

Seit September 2015 nutzt die chirurgische Abteilung des Universitätsklinikums Greifswald ein 3D-System von Olympus in Kombination mit dem Head-Mount-Display HMS-3000MT von Sony. Dieses gibt endoskopische und laparoskopische Bildern in stereoskopischem 3D wieder. Zum Einsatz kommen dreidimensionale Systeme in Greifswald derzeit hauptsächlich bei Eingriffen mit größerem Schwierigkeitsgrad, sowie bei Standardoperationen wie z.B. bei Leistenbruchoperationen im Rahmen einer klinischen Studie. Ungefähr sechs- bis achtmal pro Woche nutzen die Ärzteteams die neue Technik - neben der allgemeinen und Kinderchirurgie auch in der Gynäkologie und Urologie.

Das Ergebnis

Während die junge Ärztegeneration mit 3D-Technik aufwachse, stehe die ältere Medizinergeneration nach Patrzyks Einschätzung dem stereoskopischen Operieren mitunter skeptisch gegenüber. Der ständige Erfahrungsaustausch im Chirurgenkreis zeige aber, dass Nähen in 3D deutlich leichter ist. Die stereoskopische Visualisierung mit dem Sony-System mache konzentriertes Arbeiten möglich. Ein wesentlicher Grund dafür sei laut  Patrzyk die Unabhängigkeit von mehreren OP-Monitoren. Mit der Optik des HMS-3000MT haben Operateure einen großen horizontalen Betrachtungswinkel von 45 Grad, mit dem die Szene natürlich und ohne fortwährendes Aufblicken betrachtet werden kann. Ein individuell einstellbares Kopfband trägt zusätzlich dazu bei, dass das System auch bei langen Einsätzen bequem getragen werden kann.

Warum das Head-Mount-Display HMS-3000MT von Sony?

Das 3D-Head-Mount-Display-System HMS-3000MT besticht laut Patrzyk durch eine ausgezeichnete 3D-Bildqualität im täglichen Einsatz. „Subjektiv würde ich die Bildqualität zwischen einem 3D-Monitor und dem 3D-Operationsroboter einordnen, obwohl der Sony-Helm dem Davinci System wirklich sehr nahe kommt“, sagt der Oberarzt. Die separaten OLED-Displays für das linke und rechte Auge liefern beim HMS-3000MT ein flüssiges und natürliches 3D-Erlebnis mit kontrastreichen HD-Bildern und einer breiten Farbskala. „Prinzipiell sind 3D-Systeme 2D klar überlegen“, so das Resümee von PD Dr. med. habil. Maciej Patrzyk nach umfangreichen Tests mit dem Sony-System.

Als direkte Reaktion auf Kundenfeedback hat Sony Healthcare bereits den Tragekomfort und das Gewicht des Head-Mount-Displays weiter optimiert. Patrzyks Vorschläge einer kabellosen Lösung und Steuerung des Systems per Fußschalter oder ‚Voice Control‘ nimmt Sony gerne auf, um all seine medizinischen Produkte kontinuierlich weiterzuentwickeln und noch effizienter zu machen.


Quelle: Sony

13.01.2016

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