FFP, MNS & Co.

Covid-19: Welche Atemschutzmaske ist die richtige? [Update]

Corona und die Möglichkeiten, sich gegen das Virus zu schützen, werfen aktuell in der Öffentlichkeit viele Fragen auf. Eine zentrale Rolle spielen dabei auch der Einsatz und die Verfügbarkeit von Atemschutzmasken.

Update: Aufgrund der zwischenzeitlichen Änderungen waren einige der Empfehlungen im Originalartikel vom 27.3.2020 nicht mehr zutreffend. Wir haben den Beitrag daher entsprechend aktualisiert. [Red/wb, 18.12.2020]

3M ist einer der weltweit führenden Anbieter von persönlicher Schutzausrüstung und medizinischen Lösungen, die gerade jetzt als Reaktion auf den Ausbruch von Covid-19 eingesetzt werden. Dirk Lange, Managing Director für die Region Zentraleuropa bei 3M, beantwortet die zur Zeit wichtigsten Fragen zum Thema Atemschutz.

Ist das Tragen einer Maske zum Schutz vor Ansteckung grundsätzlich sinnvoll?

portrait of dirk lange
Dirk Lange, 50, leitet als Managing Director die Central Europe Region des Multitechnologieunternehmens 3M
Quelle: 3M

In diesem Zusammenhang sollten stets die Leitlinien der Gesundheitsbehörden befolgt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mittlerweile den Gebrauch von Atemschutzmasken für die allgemeine Bevölkerung als Teil einer umfassenden Strategie gegen das Virus. Dies gilt auch für Personen mit Grundleiden, z.B. Asthmatiker, sofern keine Befreiung o.Ä. durch den behandelnden Arzt vorliegt.

Darüber hinaus ist auch die konsequente Einhaltung der empfohlenen Hygieneregeln sinnvoll, wie z.B. Abstand halten und sorgfältige Handhygiene. Dies entspricht auch den aktuellen behördlichen Empfehlungen.

Man sieht in den Medien verschiedene Maskenausführungen. Welche Maskentypen gibt es?

woman wearing face mask
Diese Frau trägt einen Mund-Nasen-Schutz (MNS), der die Umgebung vor Keimen des Trägers schützen soll

Bildquelle: Unsplash/Michael Amadeus

Oft werden alle Masken als Schutzmasken bezeichnet. Man sollte jedoch zwischen OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz oder MNS) und Atemschutzmasken unterscheiden. OP-Masken dienen vor allem dem Schutz der Umgebung vor den Keimen, die der Träger durch z.B. Atmen oder Niesen verteilen könnte. Atemschutzmasken hingegen dienen dem Schutz des Trägers vor luftgetragenen Schadstoffen, wie z.B. Viren.

Bei den Atemschutzmasken gibt es wiederum verschiedene Gruppen. Zum Schutz vor Viren und Mikroorganismen sind grundsätzlich Masken mit einem Partikelfilter geeignet. Dazu zählen unter anderem sogenannte Partikelfiltrierende Halbmasken, besser bekannt als FFP-Masken (FFP=filtering face piece).

Welche Schutzstufen gibt es und welche ist notwendig?

Bei den FFP-Masken gibt es drei Schutzstufen: FFP1, FFP2 und FFP3. Die WHO und das Robert Koch-Institut empfehlen für den medizinischen Bereich mindestens die Schutzstufe 2.

Was ist bei der Verwendung einer klassischen Atemschutzmaske (FFP) zu beachten?

asian woman wearing ffp mask
Die Frau auf diesem Foto trägt eine FFP-Maske. Der Schutzgrad (FFP1, FFP2, FFP3) ist auf der Maske aufgedruckt.

Bildquelle: Unsplash/Kay Lau

Eine Atemschutzmaske ist nur dann wirksam, wenn sie korrekt angelegt wird. Vor dem Aufsetzen der Maske sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife oder einem geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt werden. Die Maske muss gemäß der ihr beiliegenden Anleitung aufgesetzt werden. Sie muss Mund und Nase vollständig abdecken. Es muss sichergestellt sein, dass keine Lücken zwischen Gesicht und Maske vorhanden sind. Bartträger können keinen Dichtsitz erreichen.

Um die Atemschutzmaske abzunehmen muss sich der Träger der Maske zunächst in einen gefahrfreien Bereich begeben. Wichtig ist, die Maske schräg nach unten, leicht nach vorne gebeugt vom Gesicht abzunehmen. Sie sollte dann sofort in einen geschlossenen Behälter gegeben werden. Anschließend ist eine Reinigung der Hände mit Desinfektionsmittel oder mit Wasser und Seife nötig.

Woran erkennt man eine FFP-Maske?

FFP-Masken sind in Europa nach der EN 149 geprüft und zugelassen. Auf der Maske befindet sich ein Hinweis auf diese Norm zusammen mit der Schutzstufe (FFP1, FFP2 oder FFP3) und dem CE-Zeichen, hinter dem sich eine 4-stellige Nummer befindet.

Wie lange kann man eine FFP-Maske tragen?

FFP-Masken können grundsätzlich so lange getragen werden, bis sie verschmutzt oder beschädigt sind bzw. das Atmen damit schwerer fällt. Angaben, wie man sie öfter in den Medien liest, dass z.B. der Filter grundsätzlich nach 20 Minuten Nutzung seine Funktion verliert, sind sachlich falsch.

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Kann man eine FFP-Maske mehrfach verwenden?

Im Normalfall ist eine Wiederverwendung nicht vorgesehen, da beim Ab- und Wiederaufsetzen die Gefahr besteht, dass die Maske auf der Innenseite kontaminiert wird. In ausgerufenen Notfallsituationen ist eine Wiederverwendung jedoch denkbar.

Kann man sich eine Atemschutzmaske mit anderen Personen teilen?

Nein. FFP-Masken dürfen aus hygienischen Gründen nicht mit anderen gemeinsam verwendet werden.

Können Mikrofasertücher oder nasse Taschentücher zum Schutz beitragen?

Mikrofasertücher, Schals, nasse Tücher oder ähnliche Gegenstände sind weder zum Herausfiltern von Schadstoffen wie z.B. Viren ausgelegt noch in dieser Hinsicht geprüft worden. Sie sollten daher nicht zum Schutz vor Viren eingesetzt werden. Auch das Tragen eines selbstgenähten Mundschutzes bietet keinen klar definierten Schutz. Er kann jedoch, ähnlich wie OP-Masken, ggf. dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch die Zurückhaltung von Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Schutz der Mitmenschen).

Sind Atemschutzmasken auch für Kinder geeignet?

Eine Atemschutzmaske muss am Gesicht gut abdichten, um wirksam zu sein. Grundsätzlich werden Atemschutzmasken für Erwachsene konzipiert. Kindergesichter sind daher möglicherweise zu klein, um eine gute Abdichtung bei einer regulären Atemschutzmaske zu erreichen. Auch kann die Belastung durch eine Atemschutzmaske für Kinder zu hoch sein. 

Mittlerweile empfiehlt die WHO das Tragen geeigneter Masken auch für Kinder über 5 Jahren. Das richtige An- und Ablegen sollte bei jüngeren Kindern (6-11 Jahre) von Erwachsenen beaufsichtigt werden. Bei Sorgen um die psychosoziale Entwicklung oder die Fähigkeit zu Lernen sollte das Gespräch mit dem Arzt oder Lehrer gesucht werden.


Quelle: 3M Deutschland

27.03.2020

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