Coronavirus Mu als Variante von Interesse eingestuft

Bildquelle: mattthewafflecat auf Pixabay

SARS CoV-2 B.1.621

Coronavirus "Mu" als 'Variante von Interesse' eingestuft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen näheren Blick auf die Coronavirus-Variante B.1.621 geworfen. Durch seine Mutationen könnte Mu, das erstmals im Januar 2021 in Kolumbien identifiziert wurde, die Immunreaktion nach einer Impfung umgehen. In der Folge wurde Mu jetzt als "Variant of Interest" (VOI) eingestuft.

Während die Variante für einen großen Teil der Neuinfektionen in Kolumbien verantwortlich ist, ist die weltweite Verbreitung von Mu bislang gering. "Die Mu-Variante weist eine Konstellation von Mutationen auf, die auf mögliche Eigenschaften der Immunflucht hinweisen. Vorläufige Daten, die der Arbeitsgruppe Virus Evolution vorgelegt wurden, zeigen eine Verringerung der Neutralisationskapazität von Genesungs- und Impfseren, ähnlich wie bei der Beta-Variante. Dies muss jedoch durch weitere Studien bestätigt werden," schreibt die WHO in ihrem wöchentlichen epidemiologischen Update. "Seit ihrer ersten Identifizierung in Kolumbien im Januar 2021 gab es einige sporadische Berichte über Fälle der Mu-Variante. Einige größere Ausbrüche wurden aus anderen Ländern in Südamerika und in Europa gemeldet."

Die WHO überwacht und bewertet routinemäßig Varianten von SARS-CoV-2 hinsichtlich ihrer potenziellen Auswirkungen auf die globale Gesundheit. Variationen, die die Übertragungsraten erhöhen oder Mechanismen aufzeigen, die die Wirksamkeit von Impfungen oder Medikamenten beeinträchtigen oder als Gefahr für andere Maßnahmen der Pandemiebekämpfung angesehen werden, werden als Variants of Concern (VOCs) oder Variants of Interest (VOIs) gekennzeichnet. Derzeit gibt es vier VOCs (Alpha, Beta, Gamma und Delta) sowie fünf VOIs (Eta, Iota, Lambda, Kappa und Mu). 

"Obwohl die weltweite Prävalenz der Mu-Variante unter sequenzierten Fällen zurückgegangen ist und derzeit unter 0,1% liegt, ist die Prävalenz in Kolumbien (39%) und Ecuador (13%) konstant gestiegen", heißt es im WHO-Update weiter. "Die gemeldete Prävalenz sollte unter Berücksichtigung der Sequenzierungskapazitäten und der Aktualität der gemeinsamen Nutzung von Sequenzen interpretiert werden, die beide von Land zu Land unterschiedlich sind. Weitere Studien sind erforderlich, um die phänotypischen und klinischen Merkmale dieser Variante zu verstehen. Die Epidemiologie der Mu-Variante in Südamerika, insbesondere mit der Mitzirkulation der Delta-Variante, wird auf Veränderungen hin überwacht."


Quelle: World Health Organization

01.09.2021

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