News • Digitale Gesundheitsanwendungen
BVMed: Kassen verkennen DiGA-Potenzial
Der neue DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) verkennt nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) die großen Potenziale digitaler Gesundheitsanwendungen.

© BVMed / Tina Eichner
„Statt seiner Berichtspflicht neutral und objektiv nachzukommen, blickt der GKV-SV ausschließlich negativ auf digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Unsere Botschaft lautet: In Sachen DiGA ist Deutschland EU-weit Vorreiter. Der DiGA-Markt etabliert sich gerade erst und bietet großes Potenzial zur Verbesserung der Patienten-Versorgung. Wir müssen die innovationshemmenden Hürden abbauen, um digitale Medizinprodukte schneller in die Versorgung zu bringen“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.
Die gezielte Nutzung evidenzbasierter digitaler Lösungen ist nach Ansicht des BVMed Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Gestaltung des deutschen Gesundheitswesens. „Bereits für eine vorläufige Aufnahme müssen Hersteller systematische Datenerhebungen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorlegen, um eine ausreichende Begründung für zu erwartende positive Versorgungseffekte zu liefern. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um randomisierte kontrollierte Studiendesigns (RCTs). Die pauschale Aussage des GKV-SV über fehlenden Nutzen bei DiGA ist daher nicht richtig. Darüber hinaus finden weder der Mehrwert von DiGA angesichts knapper Ressourcen im Gesundheitswesen noch die Herausforderungen, die für DiGA-Hersteller durch die andauernde Verschärfung der Anforderungen bestehen, im GKV-Bericht Erwähnung“, so Gladkov.
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Die „App auf Rezept“ wurde mit dem Inkrafttreten des Digitalen Versorgungs-Gesetzes eingeführt. Gesetzlich Krankenversicherte haben seitdem Anspruch auf eine Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs). „Bei manchen Erkrankungen werden wir mit DiGAs neue Wege gehen und analoge Hilfsmittel komplett ersetzen können“, ist sich Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin sicher.
Als Beispiele nennt die BVMed-Digitalexpertin die mangelhafte Gestaltung des zeitlichen Ablaufs der BSI-Zertifizierung sowie die von Übergangslösungen und planerischen Unsicherheiten geprägte Umsetzung der ePA-Anbindung. Auch mangelt es an Verbindlichkeit der im Rahmen von DiGA-Beratungen durch das BfArM getroffenen Aussagen.
Natalie Gladkov: „Die Implementierung des DiGA-Fast-Track-Verfahrens stellt nach wie vor umfassende Herausforderungen an alle beteiligten Akteure. Dennoch ist sie im Rahmen einer innovativen, ressourcenschonenden und zukunftsweisenden Gestaltung von Gesundheitsleistungen von großer Bedeutung.“
Quelle: Bundesverband Medizintechnologie
05.04.2025