Bildgebende Herzdiagnostik

Anwendungsgebiete und Potenziale der MRT

Privatdozent Dr. David C. Maintz ist leitender Oberarzt an der Uniklinik Münster. Er steht gemeinsam mit Kongresspräsident Professor Dr. Lothar Heuser der Themeneinheit Herzdiagnostik auf dem RadiologieKongress Ruhr vor. Für den RadiologieReport Ruhr gibt Dr. Maintz einen kurzen Einblick in das Programm.

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Privatdozent Dr. David C. Maintz ist leitender Oberarzt an der Uniklinik Münster.

"Die Themeneinheit wird eröffnet von meinem Kollegen Dr. Schlosser aus Essen, der neue Erkenntnisse der CT-Koronarangiografie vorstellen wird. Dabei wird es meinem Kollegen vor allem darum gehen, die technischen Möglichkeiten und die diagnostische Genauigkeit der CTA zu beleuchten und die Frage zu klären, bei welchen Indikationen die nichtinvasive CT die minimalinvasive und nicht risikofreie Herz-Katheterisierung ersetzen kann.

Der zweite Vortrag trägt der Tatsache Rechnung, dass die Computertomographie des Herzens zunehmend neue Anwendungsmöglichkeiten über die Koronardarstellung hinaus aufweist. Professor Dr. A. Mahnken, leitender Oberarzt an der Universitätsklinik Aachen, wird über die CT des Herzens zur Infarktdiagnostik sowie bei Myokarderkrankungen und Fehlbildungen berichten.

Um Belastungsuntersuchungen für die MR-Diagnostik der Myokardischämie unter Verwendung von Adenosin und Dobutamin als pharmakologische Stressoren geht es im folgenden Vortrag von Dr. Bruder aus Essen. Die intravenöse Applikation von Adenosin führt zu einer Weitung gesunder Koronargefäße, nicht jedoch von arteriosklerotisch eingeengten Koronararterien. Der vermehrte Blutfluss in den gesunden Gefäßen führt zu einem ‚Steal-Effekt‘ in den Myokardabschnitten, die von der erkrankten Arterie versorgt werden. Diese Minderversorgung kann in Perfusionsbildern erfasst werden. Der Vortrag diskutiert die Adenosingabe als wirksames Mittel zur Diagnostik von Myokardischämien. Zudem geht es um die Vor- und Nachteile der Perfusionsuntersuchung im Vergleich zur Dobutamin-Stress-Untersuchung, die alternativ oder sogar zusätzlich zur Perfusionsuntersuchung eingesetzt wird.

Anwendungsgebiete und Potenziale der MRT

Quelle: Siemens Healthcare

Um MRT-Diagnostik zur Beurteilung der Myokard-Vitalität dreht sich der kommende Vortrag von Herrn Dr. Stork aus Düsseldorf. Genutzt wird hierzu die sogenannte Late- Enhancement-Technik: Nach einem Herzinfarkt kommt es zu einer verzögerten Auswaschung des Kontrastmittels aus dem Gewebe. Frische Infarkte und Narben können auf Basis dieses Phänomens in ihrer Ausdehnung exakt dargestellt werden. Dies wiederum ist wichtig für die weitere Therapieentscheidung – etwa für die Frage, ob der Patient von einer Koronarintervention oder einer Bypass-Operation profitieren wird.

Nach einer Unterbrechung durch das Break-Symposium und die Ordentliche Mitgliederversammlung der RWRG wird uns Herr PD Dr. Hunold aus Lübeck die neuesten Erkenntnisse der MRT bei primären und sekundären Myokarderkrankungen referieren. Die MRT ist bei diesen Fragestellungen als das Verfahren der höchsten Genauigkeit anerkannt.

In der Herzdiagnostik aber kommt es [bei 3-Tesla-Geräten] zu Problemen mit Artefakten als unerwünschtes Nebenprodukt der hohen Feldstärke

David C. Maintz

Kardiale Tumoren und Thromben in der MR-Diagnostik sind das Thema von Frau Dr. Strach. Die Bonner Radiologin wird erläutern, wie mit Hilfe der MRT eine Gewebecharakterisierung möglich ist und damit eine Differenzierung zwischen Tumoren und tumorähnlichen Läsionen sowie zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. 

Mein eigener Vortrag befasst sich mit der Technik und Indikation der MR-Koronarangiografie. Die MRT hat in der Bildgebung der Koronarien noch nicht den Standard der CT und folglich keine weit verbreitete Akzeptanz erreicht. Die weitere Entwicklung der Methode ist aber gerade mit Blick auf die zunehmende Sensibilität gegenüber der Strahlenexposition in der Katheter-Angiographie und der CT des Herzens von Bedeutung.

Welche Vorteile eine höhere Feldstärke von 3 Tesla gegenüber den 1,5 Tesla-Geräten aufweist, ist das Schlussthema unserer Einheit. Die 3-T-Geräte sind nun seit einigen Jahren auf den Markt. In der kraniellen Bildgebung haben sie sich schon fest etabliert und weisen gegenüber 1.5 T-Geräten klare Vorteile auf. In der Herzdiagnostik aber kommt es zu Problemen mit Artefakten als unerwünschtes Nebenprodukt der hohen Feldstärke. Über das Verhältnis von hoher Bildqualität und unerwünschten Artefakten wird uns Herr Prof. Dr. Sommer aus Bonn aufklären.

Insgesamt bietet unsere Themeneinheit eine umfassende Abhandlung der verschiedenen Anwendungen von CT und MRT in der Herzdiagnostik, referiert von anerkannten Experten auf dem Gebiet.“

23.10.2008

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