Lecker, aber risikoreich

Entzündungsfördernde Ernährung erhöht das Risiko für Darmkrebs

Die Ernährung kann ganzheitliche und örtliche Entzündungen des Darms beeinflussen, die in der Wissenschaft schon häufig mit der Entstehung von Darmkrebs in Verbindung gebracht wurden.

Außerdem ist bekannt, dass chronische Entzündungen die Immunabwehr negativ beeinflussen können. Es stellt sich daher die Frage, ob durch die Ernährung verursachte Entzündungen im Darm das Immunsystem soweit stören, dass die Entstehung von Darmkrebs begünstigt wird. Eine neue internationale Studie ging genau dieser Frage nach. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen einer entzündungsfördernden Ernährung und dem Risiko für Darmkrebs untersucht. Außerdem sollte geklärt werden, ob dieser Zusammenhang stärker für Tumore mit niedriger oder hoher Immunreaktion war. Dazu wurden die Daten von nahezu 125000 Studienteilnehmern aus zwei Langzeitstudien gesammelt. Das entzündungsfördernde Potential der Ernährung wurde durch einen Messwert, den sogenannten EDIP (Empirical Dietary Inflammatory Pattern) Score, ausgedrückt.

Quelle: Pixabay/Meditiations

In einer vorausgehenden Studie wurden einzelnen Lebensmittelgruppen durch Messung verschiedener Entzündungswerte EDIP Scores zugeordnet. Lebensmittel, die einen hohen EDIP Score bzw. ein hohes Entzündungspotential haben, sind z. B. rotes und verarbeitetes Fleisch, raffiniertes Getreide, kohlensäurehaltige Getränke und einige Gemüsesorten. Einen niedrigen EDIP Score haben dagegen Bier und Wein (in geringen Mengen), Kaffee, Tee, gelbes Gemüse, Blattgemüse und Fruchtsaft. Außerdem wurden Tumorgewebeproben der Patienten auf Immun- bzw. Entzündungsreaktionen hin untersucht. Durch die gesammelten Daten konnten das Auftreten von Darmkrebs, Immunreaktionen und die Ernährung der Studienteilnehmer miteinander verglichen werden.

Aus der großen Anzahl an Teilnehmern konnten 1311 Fälle von Dickdarm- oder Enddarmkrebs mit verfügbaren Gewebeproben dokumentiert werden. Es konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem EDIP Score und dem Risiko für Darmkrebs gefunden werden. Dabei war ein hoher EDIP Score (großes Entzündungspotential durch die Ernährung) mit einem erhöhten Risiko für Darmtumore verbunden, die keine Immunantwort im Tumorgewebe zeigten. Dies galt nicht für das Risiko von Tumoren mit mittleren oder starken Immunreaktionen im Gewebe. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine entzündungsfördernde Ernährung mit einem höheren Risiko für Darmkrebs zusammenhängt, der nur wenig Immunreaktion aufweist. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass ernährungsbedingte Entzündungen möglicherweise zur Entstehung von Darmkrebs beitragen, indem die anpassungsfähige und gegen Tumore gerichtete Immunantwort unterdrückt wird.


Quelle: beipress

03.01.2018

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Klarheit dank Blutprobe

Genetisches Risikoprofil kann Darmkrebsvorsorge verbessern

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben einen Weg gefunden, das Auftreten von klinisch relevanten Darmkrebsvorstufen anhand einer Blutprobe vorherzusagen. Bei über 1000…

Stark dank Butyrat

So hält uns die Artenvielfalt der guten Darmbakterien gesund

Die kurzkettige Fettsäure Butyrat wird von Darmbakterien gebildet und ist die Hauptenergiequelle der Darmzellen. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung des Menschen, da sie das…

Ernährung

Wie Müsli & Co. gegen Arthritis helfen

Dass eine gesunde Ernährung unser allgemeines Wohlbefinden steigert, ist altbekannt. Jetzt haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) herausgefunden, dass eine…

Verwandte Produkte

Research use only (RUO)

Eppendorf - Mastercycler nexus X2

Eppendorf AG

Research use only (RUO)

Shimadzu - CLAM-2000

Shimadzu Europa GmbH