Krebszellen (Zellkerne in blau), die Lipide in Form von Lipidtröpfchen (rot)...
Krebszellen (Zellkerne in blau), die Lipide in Form von Lipidtröpfchen (rot) lagern. Die Forscher zeigten, dass diese Tröpfchen, die durch eine weichere Umgebung angetrieben werden, für das Überleben von Krebszellen während der Metastasierung entscheidend sind.

Bildquelle: Dr Elysse Filipe / Garvan Institute

News • Biomechanische Faktoren

'Weiche' Tumoren sorgen für aggressiveren Brustkrebs

Weichere Tumore verstärken die aggressive Ausbreitung von triple-negativem Brustkrebs, zeigt eine Studie des Garvan Institute of Medical Research.

Die Forscher haben entdeckt, wie die mechanischen Eigenschaften von Tumoren Krebszellen dahingehend vorbereiten können, dass sie ihre Ausbreitung auf andere Organe besser überleben. Ein metabolischer "Überlebensschalter", der durch die Steifheit der triple-negativen Tumore kontrolliert wird, kann maßgeblich beeinflussen, wie erfolgreich sich die Krebszellen auf andere Organe ausbreiten können. 

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Erkenntnisse im Fachjournal Advanced Science.

Die an Zell- und Mäusemodellen durchgeführte Studie hat nachgewiesen, dass weichere Tumorumgebungen, wie sie für Krebs im Frühstadium typisch sind, die triple-negativen Brustkrebszellen dazu bringen kann, eine zusätzliche Energiequelle für das Überleben während der Metastasenbildung zu nutzen. Medikamente, die auf diesen veränderten Metabolismus bei den Krebszellen abzielen, könnten daher zu Fortschritten bei dieser Art von Krebserkrankungen führen. 

Triple-negativer Brustkrebs gilt als sehr aggressiv und schwer zu behandeln. Verantwortlich dafür ist das Fehlen von drei Rezeptoren - Östrogen, Progesteron und das Protein HER2 - auf die bei anderen derartigen Erkrankungen abgezielt werden kann. Allein in Australien wird eine derartige Krebsdiagnose jährlich bei rund 2.500 Frauen gestellt.

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Mittels Biomaterialien, die die Eigenschaften von Tumoren imitieren, haben die Forscher untersucht, wie triple-negative Brustkrebszellen auf die physikalische Steifheit ihrer Umgebung reagieren. Sie konnten in der Folge nachweisen, dass Krebszellen dazu gebracht werden können, resilienter zu sein, wenn sie in weichen Umgebungen wachsen. Werden sie Mausmodellen injiziert, dann kommt es an neuen Stellen bis zu 11,8 Mal eher zu einer Metastasenbildung. 

Zudem hat sich gezeigt, dass die weichen Umgebungen die Vorliebe der Krebszellen für ihren "Treibstoff" dahingehend verändert, dass sich dadurch die Lebensdauer auf ihrem Weg durch den Körper verbessert. Diese Zelle verarbeitet üblicherweise Glukose. Sie hortet aber auch Lipide als interne Treibstoffreserven und steigert so in der Folge auch den Lipid-Stoffwechsel. 


Quelle: Garvan Institute/pressetext

15.04.2024

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