
Bildquelle: Uniklinik Köln; Foto: Corinna-Caroline Schulz-Lakenbrink
News • 3D-Simulationssystem
Virtueller Linearbeschleuniger stärkt MTR-Ausbildung
Neues 3D-Simulationssystem ermöglicht Azubis Blick direkt in den virtuellen Körper von Patienten
An der Schule der Medizinischen Technologien für Radiologie der Lindenburg Akademie ist ein hochmoderner virtueller Linearbeschleuniger für die Ausbildung angeschafft worden. Der strahlungsfreie Simulator zur dreidimensionalen Nachbildung hochkomplexer Bestrahlungsabläufe ermöglicht angehenden Medizinischen Technologinnen und Technologen für Radiologie (MTR) ein realitätsnahes Training unter geschützten Bedingungen. Das Land NRW hat die Finanzierung des neuen Geräts im Wert von rund 394.000 Euro zum größten Teil übernommen, nachdem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Anschaffung im Programm „Großgeräte der Länder“ positiv begutachtet und empfohlen hatte. Damit verfügt die Uniklinik Köln als erste Klinik in Nordrhein-Westfalen über solch einen virtuellen Linearbeschleuniger im Ausbildungsbereich. Erste Schulungen an dem neuen Gerät wurden bereits erfolgreich durchgeführt.
Komplexe Bestrahlungstechniken lassen sich nicht allein aus Lehrbüchern vermitteln, sie müssen räumlich verstanden, praktisch erlebt und eigenständig erprobt werden können
Cornelia Hendriks
Die moderne Strahlentherapie stellt höchste Anforderungen an Präzision. Bereits geringfügige Abweichungen bei der Patientenlagerung oder der Ausrichtung der Bestrahlung können die Dosisverteilung beeinflussen und damit Auswirkungen auf die Behandlung des Tumors sowie den Schutz gesunder Organe haben. Oft bleibt im klinischen Alltag jedoch nur wenig Zeit, um komplexe Einstellungen ausführlich mit den MTR-Auszubildenden zu üben. Der neue Strahlentherapie-Simulator schafft hier Abhilfe: Über Hochleistungsrechner, dreidimensionale Projektionen und originalgetreue Bedienelemente simulieren die Auszubildenden alle Arbeitsschritte von der Bestrahlungsplanung bis zur Ausführung.
„Unser Ziel war es, die Ausbildung in der Strahlentherapie auf ein neues Niveau zu heben. Dass wir unsere Idee, auch dank der engen interprofessionellen Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie, durch die erfolgreiche DFG-Begutachtung nun verwirklichen konnten, ist für uns ein besonderer Erfolg und ein wichtiger Schritt für die Zukunft der MTR-Ausbildung“, sagt Sandra Herwig, Leiterin der MTR-Schule an der Lindenburg Akademie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Cornelia Hendriks, Pädagogin an der MRT-Schule, hat sie das Projekt federführend entwickelt und umgesetzt. „Komplexe Bestrahlungstechniken lassen sich nicht allein aus Lehrbüchern vermitteln, sie müssen räumlich verstanden, praktisch erlebt und eigenständig erprobt werden können. Mit dem virtuellen Linearbeschleuniger schaffen wir genau diese Möglichkeiten“, ergänzt diese.
Mithilfe von 3D-Brillen blicken die MTR-Azubis direkt in den virtuellen Körper von Patienten. So werden der Therapiestrahl, Dosisverteilungen, die Lage des Tumors sowie gefährdete Organe transparent sichtbar. Die Auszubildenden können eigenständig Positionen korrigieren, Einstellungsfehler gefahrlos erkennen und analysieren und deren Auswirkungen unmittelbar verstehen. So können sie durch Ausprobieren und Wiederholen Theorie und Praxis bestmöglich verknüpfen. Dies geschieht, ohne Patientinnen und Patienten zu belasten oder Kapazitäten der im Klinikbetrieb genutzten Linearbeschleuniger zu blockieren.
Die Förderung über das DFG-Programm „Großgeräte der Länder“ unterstreicht die hohe Qualität der Kölner Bildungsarbeit. Neben der MTR-Ausbildung wird das System in enger Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie künftig auch von Studierenden der Humanmedizin sowie von Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung genutzt.
Quelle: Uniklinik Köln
26.10.2026



