Medical Team Working On Patient In Emergency Room

Bildquelle: Shutterstock/Monkey Business Images

Intensiv- und Notfallmedizin

Verbesserte Anamnese bei COVID-Verdacht

Die medizinische Dokumentation der Verdachtsabklärung auf COVID-19 soll erleichtert werden. Dafür hat die Sektion „Notaufnahmeprotokoll“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) nun einen passenden Anamnesebogen entwickelt.

„Unser Ziel ist, die Dokumentation in allen Sektoren des Gesundheitswesens passend in den Arbeitsablauf zu integrieren. Das gilt auch für temporäre Einrichtungen wie Fieberambulanzen“, sagt Projektinitiator Markus Baacke, Mitglied der Sektion und Notfallmediziner am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier. Der nun vorgelegte Anamnesebogen dient vor allem der Informationsübermittlung an weiterbehandelnde Ärzte im ambulanten und stationären Sektor, um dort eine erneute COVID-19-spezifische Anamneseerhebung unnötig zu machen.

portrait of Markus Baacke
Markus Baacke

Foto: Brüderkrankenhaus Trier

Zudem dient der neue Anamnesebogen einer gesteuerten Aufzeichnung der eigenen Tätigkeit, um die getroffenen Schritte transparent darzustellen. Dieses Modul ist auf die spezifischen Anforderungen eines Szenarios vorbereitet, bei dem eine große Anzahl an Patienten in Praxen, Fieberambulanzen und Notaufnahmen bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung untersucht und dokumentiert werden soll. Das Szenario berücksichtigt zudem, dass möglicherweise ein größerer Anteil der eingesetzten Mitarbeiter in der Erstbehandlung respiratorisch erkrankter Patienten ungeübt sein kann.

Der Bogen ist auch zum Einsatz in Notaufnahmen gedacht und kann dort als Zusatzmodul zum Notaufnahmeprotokoll verwendet werden, in dem die übliche klinische Dokumentation, wie Dringlichkeitseinschätzung, Erhebung von Vitalparametern oder der Ausschluss relevanter Differentialdiagnosen bereits vorgesehen ist. Die DIVI-Sektion „Notaufnahmeprotokoll“ hat den Anamnese-Bogen auf Basis des Datensatzes „Notaufnahme“ und vor allem auf Basis des Flussdiagramms des Robert-Koch-Instituts (Stand 12. Mai 2020) entwickelt. Der „Anamnesebogen COVID-19“ liegt als Papierformular vor. Zusätzlich stehen die modellierten Datenelemente des Moduls COVID-19 auf der Open-Source-Plattform ART-DECOR als Szenario zur Verfügung, um diese elektronisch für die Umsetzung in IT-Systemen zu nutzen.


Quelle: Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)


26.06.2020

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Zur Nachverfolgung

COVID-19-Register listet Erfahrungsberichte von Intensivstationen

Die Society of Critical Care Medicine (SCCM, Gesellschaft für Intensivmedizin) und Mayo Clinic haben sich zusammengetan, um das erste globale COVID-19-Register einzuführen, das Muster bei der…

Photo

Schwerverletztenversorgung nach Katastrophe bei Rostock optimal abgestimmt

Das Traumanetzwerk Mecklenburg-Vorpommern zur Versorgung Schwerverletzter bestand letzten Freitag seine erste Bewährungsprobe. Es ermöglichte eine optimale Vernetzung zwischen den Rettungsdiensten,…

Photo

Intensivmedizin

ASIC: App warnt vor akutem Lungenversagen

Eine von der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelte Warn-App hilft Ärzten, die Vorboten eines akuten Lungenversagens schneller zu erkennen.…

Verwandte Produkte

Beckman Coulter – DxONE Command Central Workstation

LIS, Middleware, POCT

Beckman Coulter – DxONE Command Central Workstation

Beckman Coulter, Inc.
Mindray - CAL 8000 New Generation Cellular Analysis Line

Integrated Hematology

Mindray - CAL 8000 New Generation Cellular Analysis Line

Shenzhen Mindray Bio-Medical Electronics Co., Ltd
Siemens Healthineers - CentraLink Data Management System

LIS, Middleware, POCT

Siemens Healthineers - CentraLink Data Management System

Siemens Healthineers