Der Lymphknoten einer an SLE erkrankten Maus, in dem es zu einer starken...
Der Lymphknoten einer an SLE erkrankten Maus, in dem es zu einer starken Vermehrung Autoantikörper-produzierender Plasmazellen (in rot dargestellt) gekommen ist. Neben den Plasmazellen sind auch B-Zellen (grün) und T-Zellen angefärbt, deren Zusammenspiel die Grundlage für die spätere Autoimmunantwort ist.

Bild: FAU/Lehrstuhl für Genetik

Lupus & Co.

Therapie von Autoimmunerkrankungen: Je früher, desto besser

Komplexe Autoimmunerkrankungen, die verschiedene Organsysteme betreffen können, bleiben trotz immenser Behandlungsfortschritte eine der großen Herausforderungen in der Medizin. Insbesondere die diffuse Symptomatik in der Anfangsphase komplexer Autoimmunerkrankungen erschwert die frühe Diagnostik und damit die möglichst schnelle therapeutische Intervention.

Ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat nun gezeigt, dass sich sehr gute therapeutische Effekte durch eine möglichst frühe Behandlung von Autoimmunerkrankungen erzielen lassen, sogar schon vor dem Auftreten der ersten klinischen Symptome. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal iScience veröffentlicht.

Zu den komplexen Autoimmunerkrankungen gehört zum Beispiel der Systemische Lupus Erythematodes (SLE), der vor allem Frauen betrifft und in dessen Verlauf neben der Haut und den Blutgefäßen auch innere Organe, wie etwa die Niere, vom eigenen Immunsystem angegriffen werden können. Ein vorrangiges Ziel ist es, möglichst früh einzugreifen, um schwere Organschäden zu vermeiden. Dabei kommen neben einer generellen Unterdrückung des Immunsystems auch gezieltere Therapien, wie etwa eine Entfernung von autoreaktiven Zellen zum Einsatz. Zu welchem Zeitpunkt welche Art der Therapie eine Wirkung auf die spätere Erkrankung hat, war bisher allerdings noch weitgehend unklar.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren

Photo

Rheumatologie

Lupus: vielversprechende Therapien gegen SLE

Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) – eine seltene entzündlich-rheumatische Erkrankung – birgt ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Organschäden. Besonders oft sind junge Frauen betroffen. Neue Behandlungsmethoden scheinen – zumindest in Einzelfällen – derart wirksam, dass sogar von „Heilung“ die Rede ist.

Dieser Frage ist ein Forschungsteam um Dr. Anja Werner vom Lehrstuhl für Genetik der FAU nachgegangen. „Unser Ziel war es, so früh und gezielt wie möglich auf die fehlgeleitete Immunantwort einzuwirken“, sagt Dr. Werner. „Bei vielen Autoimmunerkrankungen kommt es schon Jahre vor der eigentlichen Erkrankung zu einem Verlust der Selbsttoleranz, wie zum Beispiel zur Herstellung von Autoantikörpern, die im Rahmen der späteren, aktiven Erkrankung Organe angreifen und zerstören können.“ Ob dieser frühe und teilweise vorübergehende Verlust der Selbsttoleranz allerdings als möglicher Biomarker für die spätere Erkrankung und damit als sehr früher therapeutischer Eingriffszeitpunkt genutzt werden könnte, war bisher allerdings noch wenig erforscht. Das Team um Dr. Werner konnte nun zeigen, dass eine gezielte und nur vorübergehende Entfernung von B-Zellen, die neben der Herstellung von Autoantikörpern auch andere Zellen über die Präsentation von Selbstantigenen oder über Botenstoffe beeinflussen können, sich sehr stark auf die später auftretende Erkrankung auswirken kann.

„Wir waren sehr überrascht zu sehen, dass wir nur durch den früheren und vor allem kurzfristigen Einsatz einer gut etablierten Therapie so dramatische Effekte auf die spätere Autoimmunerkrankung erzielen konnten“, sagt Prof. Falk Nimmerjahn, Inhaber des Lehrstuhls für Genetik. „In der Tat schien in den behandelten Tieren das Immunsystem zurückgesetzt worden zu sein, wodurch nicht nur die Autoantikörperproduktion unterdrückt, sondern auch schwere Organschäden verhindert beziehungsweise stark verzögert werden konnten.“


Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

14.09.2021

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Rheumatologie

Lupus: vielversprechende Therapien gegen SLE

Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) – eine seltene entzündlich-rheumatische Erkrankung – birgt ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Organschäden. Besonders oft sind junge Frauen…

Photo

Reduzierung von Nebenwirkungen

Krebstherapie: Antikörper, die sich erst am Tumor 'scharf schalten'

Auf therapeutischen Antikörpern ruht eine große Hoffnung der Krebstherapie. Forschende der TU Darmstadt und der Firma Merck haben einen Weg gefunden, Antikörper erst am Tumor selbst zu aktivieren.…

Photo

Krebsforschung

Forscher verbessern Immuntherapien mit zellulärer "Gen-Fähre"

Immunzellen, die außerhalb des Körpers mit therapeutisch wichtigen Genen ausgestattet werden, gelten als vielversprechender neuer Behandlungsansatz in der Onkologie. Doch die bisherigen auf Viren…

Verwandte Produkte

Beckman Coulter – Access Procalcitonin (PCT)

Immunoassays

Beckman Coulter – Access Procalcitonin (PCT)

Beckman Coulter, Inc.
Beckman Coulter – Prostate Health Index (phi)

Immunochemistry

Beckman Coulter – Prostate Health Index (phi)

Beckman Coulter, Inc.
DRG Instruments – DRG:Hybrid-XL

Immunochemistry

DRG Instruments – DRG:Hybrid-XL

DRG Instruments GmbH
FUJIFILM Wako - μTASWako i30

Immunoassays

FUJIFILM Wako - μTASWako i30

Wako Chemicals GmbH
Newsletter abonnieren