Röntgen - zeitgemäße Qualitätssicherung ist digital und automatisch

Die Digitalisierung in der modernen Bildgebung stellt aktuelle Fragen der Qualitätssicherung in einen neuen Kontext. Zukünftige qualitätssichernde Konzepte müssen dies berücksichtigen und innovative Lösungsansätze bieten.

Photo: Röntgen - zeitgemäße Qualitätssicherung ist digital und automatisch
Screenshot einer automatischen Auswertesoftware für DVT
Screenshot einer automatischen Auswertesoftware für DVT

Der Übergang von Film-Folien zu rein digitalen bildgebenden Systemen stellt völlig neue Anforderungen an alle qualitätssichernden Maßnahmen. Mit dem Übergang von alter zu neuer Modalität verlieren in allen Bereichen ehemals kritische Merkmale der Abbildungsqualität an Bedeutung. Die Frage, mit welchen Maßstäben die Qualitätssicherung (QS) optimal arbeitet, muss neu beantwortet werden. Traditionelle Prüfgrößen (Grauwerte, Linienpaarauflösung und Sichtbarkeit von Niedrigkontrasten) sind nicht mehr in der Lage, die technischen Fähigkeiten moderner Röntgensysteme hinreichend zu bewerten.

Die Digitalisierung selbst legt dabei nahe, Methoden zu entwickeln, welche zum einen die entstandenen Möglichkeiten voll ausschöpfen, um den Nutzer zu entlasten. Zum anderen darf die technische Komplexität moderner Röntgeneinrichtungen nicht zum Vorwand missbraucht werden, auf eine intuitive Nachvollziehbarkeit der Verfahren völlig zu verzichten. Die Methodik selbst sollte zumindest bei tieferem Interesse verständlich bleiben und darf den Prüfenden in der Durchführung nicht überfordern.

Aus diesem Grund halten zunehmend automatische, Software unterstützte Auswerteverfahren Einzug in die technische Qualitätssicherung.

Deutsche Normung in der Vorreiterrolle

Im internationalen Maßstab steht Deutschland bei der röntgenologischen QS sehr fortschrittlich da. Hierzulande hat sich bereits in der Volumentomographie (DVT; ein auf komplexen Algorithmen basierenden 3-dimensionalen Bildgebungsverfahren für Schädelaufnahmen) eine fast vollständig automatisierte QS etabliert. Prüfaufnahmen eines klar strukturierten Prüfkörpers werden mittels einer speziellen Software frei von subjektiven Einflüssen ausgewertet. Testergebnisse werden abgespeichert oder können für Dokumentationszwecke bei der Ärztlichen Stelle ausgedruckt werden.

Die entsprechende Norm (DIN 6868-161) ist verabschiedet. Ebenfalls sind momentan in der digitalen Mammographie Vorhaben zu beobachten, die eine ähnliche Methodik in die Normung zu integrieren bestrebt sind (DIN E 6868-162).

Einzelne Normverfahren ignorieren zwar immer noch die digitale Welt, alles in allem aber entwickelt sich die QS erfreulicherweise in eine „richtige“ Richtung. Normspezialisten und Prüfmittelhersteller bleiben jedoch aufgerufen, digitalen Trends zu folgen und die technische Entwicklung weiter voranzutreiben, damit eine zeitgemäße, innovative Qualitätssicherung sicher gestellt ist. Von Dr. Hugo de las Heras Gala.

Mehr Informationen erhalten Sie hier

DRK 2012 EG Foyer, J.19

 

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Der Autor ist Scientific Consultant für die FDA und Freelance-Scientist

 

09.05.2012

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