Prof. Dr. Rawa Arif

Schonendere Herzchirurgie durch minimal-invasive Verfahren

Prof. Dr. Rawa Arif übernimmt den Lehrstuhl für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und die Leitung der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg.

Portraitfoto von Prof. Dr. Rawa Arif
Prof. Dr. Rawa Arif

Bildquelle: Universitätsklinikum Augsburg; Foto: Samuel Tschaffon 

In der Forschung setzt der neue Professor auf patientennahe Innovationen wie Simulation, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin, um Behandlungen künftig noch sicherer, schonender und individueller zu gestalten. Er plant, die minimal-invasive und roboterassistierte Herzchirurgie auszubauen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Versorgung von Herz- und Gefäßerkrankungen weiter zu stärken. 

„Die Universität Augsburg steht für eine enge Verbindung von Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Prof. Dr. Rawa Arif verkörpert als herausragender Herzchirurg diesen Anspruch in besonderer Weise, indem er wissenschaftliche Innovation mit medizinischer Spitzenversorgung verbindet. Er wird damit die dynamische Entwicklung unserer Universitätsmedizin nachhaltig mitgestalten“, sagt die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. 

Die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon, ergänzt: „Mit Prof. Dr. Arif gewinnen wir einen äußerst erfahrenen Herzchirurgen, der moderne Patientenversorgung und innovative Forschung konsequent miteinander verbindet. Seine Pläne passen hervorragend zum Anspruch der Medizinischen Fakultät Augsburg, klinische Exzellenz mit zukunftsweisender Forschung zu verbinden.“ 

Prof. Dr. Klaus Markstaller, Ärztlicher Direktor, freut sich ebenfalls über die hochrangige Verstärkung der universitären Medizin in Augsburg: „Wer am Herzen erkrankt, muss sich darauf verlassen können, dass die beteiligten Spezialisten gemeinsam die geeignete Behandlung finden. Deshalb ist uns am Universitätsklinikum die enge Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie und den weiteren Fachdisziplinen besonders wichtig. Prof. Dr. Rawa Arif wird diese Zusammenarbeit enorm stärken und die Möglichkeiten schonender Operationen gezielt ausbauen.“ 

Mein Ziel ist es, Forschung nicht losgelöst von der klinischen Praxis zu betreiben. Was wir wissenschaftlich untersuchen, soll möglichst dazu beitragen, die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten sicherer, schonender und individueller zu machen

Rawa Arif

Ein Schwerpunkt von Rawa Arif liegt auf der Weiterentwicklung der minimal-invasiven Herzchirurgie. Insbesondere Eingriffe an der Mitral- und Aortenklappe sollen möglichst über kleine Zugänge und endoskopisch erfolgen. Dabei stehen der Erhalt und die Rekonstruktion der körpereigenen Herzklappe im Mittelpunkt. Auch bei Bypass-Operationen soll der Einsatz minimal-invasiver Verfahren weiter ausgebaut werden. Welche Behandlung für den einzelnen Menschen am besten geeignet ist, soll dabei gemeinsam von Herzchirurgie und Kardiologie im sogenannten Heart Team entschieden werden. „Moderne Herzchirurgie bedeutet für mich, für jeden Patienten die individuell beste und zugleich möglichst schonende Behandlung zu finden. Minimal-invasive Verfahren können dabei die Belastung durch eine Operation reduzieren und die Erholung nach dem Eingriff unterstützen“, erklärt er. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die roboterassistierte Herzchirurgie. Der Einsatz eines Operationsroboters soll unter anderem bei minimal-invasiven Bypass-Operationen und bei Mitralklappenrekonstruktionen neue Möglichkeiten eröffnen. 

Arif möchte außerdem die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen der Hauptschlagader, insbesondere akuten Aortendissektionen, gemeinsam mit der Gefäßchirurgie im Aortenzentrum stärken. Auch für Menschen mit erblichen Aortenerkrankungen wie dem Marfan-Syndrom ist eine Versorgung mit Einrichtung einer Spezialambulanz vorgesehen, in der genetische Diagnostik, moderne Bildgebung und Therapie eng zusammenwirken. 

Wissenschaftlich möchte Arif die Herzchirurgie ebenfalls weiterentwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgungsforschung: Mithilfe klinischer Daten soll untersucht werden, wie Behandlungen und Abläufe weiter verbessert werden können. Zudem möchte er moderne Technologien wie High-Fidelity Simulation und künstliche Intelligenz nutzen, um operative Abläufe zu analysieren und langfristig beispielsweise Qualitätssicherung, Dokumentation sowie Aus- und Weiterbildung zu unterstützen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die personalisierte Medizin mit Fokus auf Gendermedizin und genetischen Zusammenhängen. Dabei soll u.a. untersucht werden, ob Frauen und Männer von bestimmten herzchirurgischen Verfahren unterschiedlich profitieren und wie Behandlungskonzepte entsprechend weiterentwickelt werden können. Daneben sollen die Forschungsaktivitäten zu erblichen Aortenerkrankungen ausgebaut werden. „Mein Ziel ist es, Forschung nicht losgelöst von der klinischen Praxis zu betreiben. Was wir wissenschaftlich untersuchen, soll möglichst dazu beitragen, die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten sicherer, schonender und individueller zu machen“, sagt der Neuberufene. 


Profil: 

Prof. Dr. Rawa Arif studierte Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er 2012 promoviert wurde und sich 2020 ebenfalls habilitierte. 2017 erlangte er die Facharztanerkennung für Herzchirurgie; im Dezember 2019 folgte die Zusatzqualifikation Spezielle Intensivmedizin. Seit 2010 war Arif in verschiedenen Positionen an der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg tätig, zuletzt als Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Geschäftsführender Oberarzt, Leiter der Marfan-Ambulanz sowie Leiter des Programms Roboterassistierte Herzchirurgie, das er dort etablierte. Seit dem 1. Oktober 2026 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät Augsburg und Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg.  


Quelle: Universität Augsburg 

02.10.2026

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