Prof. Markus Scheibel

Personalisierte Medizin für moderne Unfallchirurgie und Orthopädie

Prof. Markus Scheibel hat zum 1. Oktober die Professur für Unfallchirurgie und Orthopädie der Charité – Universitätsmedizin Berlin übernommen.

Portraitfoto von Prof. Markus Scheibel
Prof. Markus Scheibel

Bildquelle: Charité; © Schulthess Klinik

Damit verbunden ist die Leitung der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Campus Benjamin Franklin (CBF). Prof. Scheibel folgt auf Prof. Wolfgang Ertel, der die Klinik seit 2001 geleitet hat und nun in den Ruhestand gegangen ist. 

Prof. Scheibel verbindet langjährige Erfahrung in der modernen Traumaversorgung mit ausgewiesener Expertise in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Im Zentrum seiner klinischen Arbeit stehen die Akutversorgung von Verletzungen, moderne Verfahren zur operativen Stabilisierung und Fixierung von Knochenbrüchen sowie komplexe rekonstruktive Eingriffe. Der 51-Jährige betont: „Mein vorrangiges Ziel ist es, die Traumaversorgung am Campus Benjamin Franklin als überregionales Traumazentrum gemeinsam mit meinem Team weiter zu stärken und auf höchstem universitätsmedizinischem Niveau weiterzuentwickeln. Gleichzeitig möchte ich die campusübergreifende Zusammenarbeit in Orthopädie und Unfallchirurgie innerhalb der Charité weiter intensivieren und die Expertise der verschiedenen Campi noch enger miteinander verknüpfen. Die spezialisierte muskuloskelettale Chirurgie, insbesondere die Schulter- und Ellenbogenchirurgie, möchte ich am CBF weiter ausbauen. Entscheidend ist für mich dabei, Innovation und moderne Technologien gezielt dort einzusetzen, wo sie die Qualität und die Sicherheit der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten konkret verbessern können.“ 

Ein besonderer Schwerpunkt der klinischen Arbeit von Markus Scheibel liegt auf der Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen der Schulter und des Ellenbogens. Dazu zählen Verletzungen des Schultergürtels und Schultergelenks, komplexe Frakturen, spezielle Instabilitäten, komplexe Ellenbogenverletzungen sowie Erkrankungen und Verletzungen der Rotatorenmanschette. Zum Einsatz kommen sowohl minimal-invasive und arthroskopische Verfahren als auch offene Rekonstruktionen und moderne Gelenkersatzoperationen. 

Wir wollen die Möglichkeiten der personalisierten Medizin nutzen, um Behandlungen noch gezielter auf die individuellen Voraussetzungen unserer Patientinnen und Patienten abzustimmen und ihre Ergebnisse nachhaltig zu verbessern

Markus Scheibel

Mit der Rückkehr von Prof. Scheibel an die Charité soll die enge Verbindung von moderner Traumaversorgung, spezialisierter Gelenkchirurgie und muskuloskelettaler Forschung weiter gestärkt werden. „Die besondere Stärke einer Universitätsklinik liegt darin, dass wir hochspezialisierte Patientenversorgung unmittelbar mit Forschung und Lehre verbinden können. Fragestellungen aus dem klinischen Alltag geben uns wichtige Impulse für die Forschung – und wissenschaftliche Erkenntnisse sollen möglichst schnell unseren Patientinnen und Patienten zugutekommen“, betont der gebürtige Oberbayer. 

Auch in der Forschung steht für Prof. Scheibel die Frage im Mittelpunkt, wie Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats noch präziser und nachhaltiger behandelt werden können. Im Fokus stehen die Entwicklung und die kontinuierliche Verbesserung operativer minimal-invasiver Verfahren an Schulter und Ellenbogen. Dabei geht es nicht allein um neue Technologien und Behandlungsmethoden, sondern vor allem darum, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell passende Therapie zu finden und ihre Wirksamkeit langfristig zu belegen. Prof. Scheibel erklärt dazu: „Wir wollen die Möglichkeiten der personalisierten Medizin nutzen, um Behandlungen noch gezielter auf die individuellen Voraussetzungen unserer Patientinnen und Patienten abzustimmen und ihre Ergebnisse nachhaltig zu verbessern. Dafür verbinden wir klinische Outcome-Daten mit patientenspezifischen Faktoren und nutzen moderne digitale Technologien, datenbasierte Ansätze und neue therapeutische Verfahren.“ Wichtig sind für Prof. Scheibel zudem Prävention und regenerative Forschung. Mit dem BioReconstruction Lab am CBF sollen neue Ansätze zur Heilung und Rekonstruktion von Gewebe entwickelt und möglichst rasch in die klinische Anwendung überführt werden. Gleichzeitig möchte er innovative Technologien wie Mixed Reality und Robotik für die muskuloskelettale Chirurgie weiter erforschen und nutzbar machen. Dabei soll die Forschung am Campus ausdrücklich interdisziplinär ausgerichtet werden und die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen, der Medizintechnik, der digitalen Gesundheitsforschung und weiteren Partnern gezielt ausgebaut werden. 

Die Ausbildung des Nachwuchses ist für Prof. Scheibel zudem ein wichtiger Bestandteil der Universitätsmedizin. Studierende und junge Ärzt:innen sollen frühzeitig mit modernen Behandlungskonzepten vertraut gemacht und zugleich an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden. Er stellt fest: „Besonders wichtig sind mir eine praxisnahe Lehre und die frühe Einbindung in den klinischen Alltag. Die Studierenden sollen schon in den ersten Semestern Einblicke in die Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten, eigene wissenschaftliche Erfahrungen sammeln und durch Mentoring begleitet werden. So möchten wir jungen Talenten früh klinische und wissenschaftliche Perspektiven eröffnen und den Nachwuchs nachhaltig fördern.“ 

Für Prof. Scheibel ist die neue Aufgabe zugleich eine Rückkehr an einen prägenden Ort seiner beruflichen Laufbahn. An der Charité hat er seine Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie absolviert, sich habilitiert und als Oberarzt am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC) gearbeitet: „Die Rückkehr an die Charité fühlt sich für mich ein Stück weit wie nach Hause kommen an. Ich habe hier die wichtigsten Jahre meiner klinischen und akademischen Laufbahn verbracht. Gleichzeitig ist die Rückkehr für mich auch ein Aufbruch: Ich möchte die Erfahrungen und internationalen Perspektiven der vergangenen Jahre einbringen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen die Orthopädie und Unfallchirurgie am CBF und campusübergreifend in der Charité weiterentwickeln“, sagt Prof. Scheibel.  


Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin 

01.10.2026

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