PACS und mehr! ging in die zweite Runde

Text: Meike Lerner

Mehr spannende Themen, mehr praktische Tipps, mehr Besucher – das zweite „PACS und mehr!“-Seminar im Rahmen des DICOM Treffens auf Schloß Waldthausen in Mainz wurde seinem Titel mehr als gerecht. Der Einladung des Veranstalters EUROPEAN HOSPITAL und des Initiators des DICOM-Treffens, Prof. Peter Mildenberger, folgten ebenso hochkarätige Referenten wie Teilnehmer.

Schloß Waldthausen
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Über die „Regional and national PACS solutions – the Finnish situation in the healthcare ICT framework“ berichtete Jarmo Reponen, Research Manager, FinnTelemedicum, President for the Finnish Society of Telemedicine an eHealth, University of Oulu, Finnland. Im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn ist Finnland in Sachen Digitalisierung und Teleradiologie sehr weit vorn: Bereits 2007 arbeiteten die 21 Krankenhausdistrikte landesweit mit einer PACS-Lösung, rund 81 Prozent nutzen die Möglichkeiten der Teleradiologie.

Auf dem Weg hin zu einem nationalen e-Archiv, dass im Jahr 2006 von der Regierung beschlossen wurde und dessen erste Phase seit Beginn des Jahres läuft, lieferte diese Vernetzung bereits beste Voraussetzung. Probleme sah Reponen jedoch noch beim landesweiten Bildaustausch: Die strengen Regularien zur Datensicherheit erfordern derzeit das Einverständnis der Patienten, bevor Daten versendet werden können.
Um den Return on Investment (ROI) bei IT-Produkten kümmerte sich Peter Gocke, CIO am Universitätsklinikum Eppendorf in seinem Vortrag. Diesen zu ermitteln sei zwar nicht immer einfach – insbesondere bei komplexen Prozessen im IT-System wie beispielsweise der Einführung der elektronischen Patientenakte. Eine Bestimmung des ROI gelingt hier nicht aus dem Stand, denn die Erleichterungen, die eine Digitalisierung mit sich bringt – schnellere Verfügbarkeit der Daten, keine redundanten Einträge, etc. – stehen einem im Vorfeld schlecht zu bezifferndem Mehraufwand entgegen. In Fällen wie diesen sind ROI-Berechnungen nicht rein statisch zu sehen, sondern müssen zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt werden.

Ganz anders bei der Anschaffung einzelner IT-Komponenten, beispielweise bei einer Servervirtualisierung. Den Anschaffungskosten, die relativ einfach zu ermitteln sind, werden die Kosten für den Ist-Zustand entgegengestellt. Grundsätzlich gilt, dass die Ermittlung des ROI nur dann Sinn macht, wenn sich die Anschaffung innerhalb der Nutzungsdauer armortisiert – diese liegt bei IT-Produkte in der Regel bei drei Jahren.

Über die erfolgreiche Prozessoptimierung durch den Einsatz von IT-Systemen berichtete Josef Brunnhuber, IT-Leiter der Kreiskliniken Altötting/Burghausen am Beispiel der dortigen Notaufnahme. Der erste Schritt bestand in der Aufzeichnung eines EMR-Pfades, der die Prozesse von einem EMR-Screening über die Diagnostik bis hin zum abschließenden Behandlungsbericht ohne Umwege aufzeigt und einleitet. Wichtig hierbei war die vollständige Integration aller IT-Lösungen in das KIS als Leitsystem. Ein elektronischer Screeningbogen legt seither den Grundstein für das weitere Vorgehen: Welche Priorität hat der Patient? Welchem Fachbereich wird er zugeordnet und gibt es dort Kapazitäten? Nach Beantwortung dieser Fragen wird der Patient beispielsweise in die Radiologie „versetzt“, wo RIS und PACS auf die bereits vorhandenen Daten aus dem KIS zurückgreifen und umgekehrt die entstandenen Bilder in eben dieses zurückführen. Ein wichtiger Baustein in dieser Prozesskette war die Einführung des Diktatworkflows: Die Sprachinformation wurde auf herkömmlichem Wege mittels Diktiergerät erzeugt, dann jedoch mit einer Priorisierung versehen. Die Spracherkennung übersetzt das Diktat durch den Server und leitet es an die Arbeitsliste der Schreibkraft unter Darstellung der Priorisierung weiter. Hier erfolgt eine akustische und optische Wiedergabe des übersetzten Diktats, das sofort korrigiert werden kann. Anschließend wird es an den Erzeuger, den Ober- und Chefarzt und wieder zurück zum Erzeuger gesendet, ausgedruckt und dem Patienten ausgehändigt.

Dennis Feiler, Geschäftsführer der DFC Systems GmbH, München/Mannheim berichtete erläuterte die Vorteile, die eine guten IT-Strategie auch für kleinere Krankenhäuser und und Praxen mit sich bringt. Unzureichende IT – Strukturen bergen die Gefahr, dass gesetzliche Anforderungen gar nicht erfüllt werden können. Ganz zu schweigen von wirtschaftlichen Notwendigkeiten, denn der Ausfall der IT kann für ein Unternehmen das Aus bedeuten. Darum appellierte er eindringlich an Praxen und kleinere Krankenhäuser, über eine sinnvolle IT-Struktur für ihre Einrichtung nachzudenken, auch wenn die Umsetzung zunächst mit Kosten verbunden ist.
Damit Investitionen den größtmöglichen Nutzen entfalten, müssen eine Reihe von funktionaler, gesetzlicher und technischer Anforderungen erfüllt sein. Einen allgemeinen Trend auch für Praxen sieht der Experte in der Serverkonsolidierung: Der Weg führt weg von singulären Systemen hin zu einer Migration auf vereinheitlichte, sogenannte unified Server mit maximal zwei bis drei redundanten Systemen.

Cloud Computing war das Thema von Jörg Lemke, Business Development bei NetApp. Die Basis für den Cloud-Service bildet der Trend zum unified Storage: Bei einer Konsolidierung von Applikationen und Servern hin zu einem System kommt natürlich die Frage auf, wie dieses eine System aufgebaut ist und wo es stehen sollte. Eine Alternative zur etablierten Silo-Lösung vor Ort besteht darin, die gewünschten Services auszulagern. Wie bei anderen Outsourcing-Ansätzen auch, liegen die Vorteile in einer hohen Flexibilität und Effizienz. Die vereinbarten Leistungen werden nur bei Bedarf herangezogen und mittels eines Pay-per-Use-Modell abgerechnet. Neben dem Wegfall der Anschaffungskosten kann der Cloud-Service weitere finanzielle Vorteile beispielsweise in Bezug auf Wartung und Sicherungsmaßnahmen haben. Im Vergleich zu anderen Lösungsansätzen kann der Cloud-Service darum unter dem ROI-Gesichtspunkt als vielversprechende Option gelten. Denn hier müssen auch Aspekte wie eine Rund-um-die-Uhr Verfügbarkeit des Systems ohne Downzeiten sowie die Upgradeoptionen einkalkuliert werden.

„Was wäre nun, wenn die IT-Kosten und damit auch die Mitarbeiterzahl verdoppelt würden? Das fragte Stefan Walther, CIO am Universitätsklinikum Düsseldorf. Im Gegenzug kündigte er von Seiten der IT gewisse Garantien an: Probleme am Arbeitsplatz werden innerhalb einer Stunde behoben, Portalsysteme werden zu 85 % an die Abläufe angepasst und bieten dann echte Unterstützung, Formulare sind in breiter Anzahl in das System eingespeist und das IT-Team schult die Mitarbeiter im richtigen Umgang mit Hard- und Software“, so Walther und skizziert das daraus entstehende Szenario: „Neue IT-Komponenten wären möglich, die eine Konfiguration mit weniger Geräten ermöglichen. Die Anwendung neuer Applikationen würde auch ganz neue Denkweisen gestatten und der Nutzen der IT könnte durch eine Vereinfachung in der Anwendung deutlich erhöht werden, auch weil die Akzeptanz der Anwender steigen würde. Außerdem könnten die IT-Ressourcen unter Einhaltung strenger Bedingungen sogar deutlich erhöht werden, denn neue Systeme ermöglichen eine bedingungslose Konfigurierbarkeit.“
 

08.07.2010

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