Interoperabilität

Im OP von morgen

Das Unternehmen EIZO entwickelt sich vom Anbieter hochwertiger High-End-Monitore hin zum Anbieter von Systemlösungen. Mit seiner neuen Sparte OR Solutions will das Unternehmen EIZO die technische Vernetzung im OP voranbringen. Matthias Lubkowitz, Vize-Präsident der EIZO GmbH, OR Solutions, berichtet über die neuen Anforderungen an eine intelligente OP-Technik.

Welche Vorteile bietet EIZO OR Solutions?

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Matthias Lubkowitz, Vize-Präsident der EIZO GmbH, OR Solutions.

In einer modernen Klinik fallen eine Vielzahl von Daten an. Von MRT- und CT-Aufnahmen über Endoskopie-Videos bis hin zur elektronischen Patientenakte reichen die Informationen, die den behandelnden Ärzten zur Verfügung stehen müssen. Viele Kliniken behelfen sich mit PCs auf mobilen Technikwagen mit den entsprechenden Logistik-, Platz- und Hygieneproblemen.

Die EIZO GmbH, OR Solutions bietet Monitore, Videomanagement und Datenübertragungstechnik aus einer Hand an. Herzstück einer Installation sind die CuratOR Surgical Panels. Damit können unter anderem Patientendaten verwaltet, externe Geräte gesteuert oder die Übertragung von Bild- und Tonsignalen konfiguriert werden. Die Surgical Panels nimmt der Nutzer beziehungsweise der Arzt als wandeingebaute Monitore mit PC-System war. Zusätzlich bringen sogenannte Ampel- oder Satelliten-Monitore die benötigten Informationen an alle relevanten Orte im OP oder anderswo.

Wie funktionieren die Surgical Panels?

Was auf den Monitoren zu sehen ist, entscheidet der Nutzer. Mithilfe der Software CuratOR Caliop, benannt nach der einer der neun Musen in der griechischen Mythologie, kann dieser die benötigten Informationen für jeden Monitor auswählen. Und nicht nur das: Die Bildfläche kann in mehrere Segmente eingeteilt werden, so dass alle Bildquellen, von MRT-, CT- oder digitalen Röntgenbildern aus der Patientenakte über Live-Aufnahmen von Endoskop, Ultraschall oder chirurgischer Kamera bis hin zur Anzeige der Vitalparameter, in ausgewählter Kombination erscheinen.

Während der Operation übernimmt in der Regel eine OP-Schwester oder ein OP-Pfleger die Bedienung der Surgical Panels. Auf Anweisung des Arztes schaltet sie oder er die benötigten Bilder auf den Monitoren dazu. Auch die Dokumentation kann darüber erfolgen, etwa welches Material verbraucht wird oder ob Komplikationen aufgetreten sind. Meistens speist eine Person des Pflegepersonals die Daten ins KIS ein.
Im Regelfall entscheidet sich der Kunde für eine spezifische Voreinstellung für die verschiedenen OP-Situationen, sogenannte Presets. Diese Presets können eben nach Art der Behandlung, nach Raum oder sogar nach Person eingerichtet werden. In der Tat lässt sich das System selbst nach den individuellen Vorstellungen eines Operateurs konfigurieren.

Im OP von morgen

Wie viele unterschiedliche Quellen lassen sich einspeisen?

Das System ist in der Lage, verschiedenste Eingänge aller Mediensignalarten aufzunehmen und zu verteilen. Es ist so flexibel, dass wir es speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden konfigurieren können. Möglich macht dies die Technik im Hintergrund. Das zentrale Steuerelement ist der Large Monitor Manager. Dieses wichtige, doch eher unscheinbare Gerät befindet sich im Technikraum. Wir unterscheiden zwischen Front- und Backend, wobei dem Kunden der vordere Bereich eher ins Auge fällt. Das gesamte System ist modalitätenunabhängig gestaltet, sodass es kompatibel zu Anlagen unterschiedlichster Hersteller ist und alle bekannten analogen und digitalen Signale verarbeiten kann.

Mit dem Namen EIZO verbindet man eher hochwertige Monitore als medizintechnische Systemlösungen?

Seit mehr als 50 Jahren steht unser Unternehmen für High-End-Monitore. Unsere Monitore finden sich in „back offices“ und renommierten Design-Agenturen, wir statten Flugkontrollzentren aus und bieten Sonderlösungen für die Luft- und Raumfahrt sowie die Automobilindustrie an. 2002 haben wir uns in den sensiblen medizinischen Bereich gewagt und in Zusammenarbeit mit Ärzten, IT-Spezialisten und Medizintechnikern hochqualitative Monitore entwickelt. Mit der neuen Marke CuratOR wagt sich EIZO nun erstmals auf das Feld von Lösungsanbietern.

Wir bieten Systemlösungen für den OP oder noch besser gesagt, für den OP von morgen. Durch die modulare Struktur sind wir in der Lage, nicht nur Neueinrichtungen mit einer kompletten Infrastruktur auszustatten, sondern können uns auch einem Umgebungsumfeld anpassen. Wir stellen fest, dass die Wünsche im OP und im gesamten medizinischen Umfeld samt der ganzen IT-Vernetzungen sehr komplex geworden sind. Während andere, auch größere Anbieter vielfach Komplettlösungen im Programm haben, haben wir unsere Software so flexibel aufgebaut, dass man Elemente gerade auch an den Schnittstellen sehr gut anpassen kann.

Im OP von morgen

Wie passt die neue Sparte ins Unternehmen?

Flexibilität schlägt sich auch in der Unternehmensstruktur von EIZO wieder. EIZO wurde 1968 in Japan gegründet, ist aber weltweit aktiv. Unsere einzelnen Firmen können relativ unabhängig voneinander agieren und insbesondere im Projektgeschäft zeitnah reagieren. Dies ist ein Teil unseres Unternehmenserfolgs. Die verschiedenen Standbeine bringen ihre Expertise mit, so dass wir auf eine Vielzahl von Kompetenzen zurückgreifen können: bei den High-End-Monitoren und in der IT sowie im Bereich der Sonderlösungen und der Industrie. Dies ist sehr hilfreich, wenn neue Unternehmungen wie die unsere angegangen werden.

12.07.2016

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