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Quelle: Pexels/freestocks.org

Übergewicht bei Kindern

Fettleibigkeit schädigt Leber früher als gedacht

Forscher kritisieren Bewusstseinsmangel für Risiko durch Übergewicht

Eine Gewichtszunahme kann bereits bei Kindern mit acht Jahren negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Leber haben. Einen entsprechenden Zusammenhang haben Forscher der Columbia University nun erstmals nachgewiesen. Ein größerer Taillenumfang im Alter von drei Jahren erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder mit acht Jahren über Marker einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung verfügen. Laut Forschungsleiterin Jennifer Woo Baidal wissen viele Eltern, dass Fettleibigkeit zu Typ-2-Diabetes und anderen Erkrankungen des Stoffwechsels führen kann. Es gebe jedoch trotz der Zunahme der nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen deutlich weniger Bewusstsein, dass es auch bei kleinen Kindern zu ersten ernsten Erkrankungen der Leber kommen kann. Bei einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung sammelt sich zu viel Fett in der Leber an und führt zu Entzündungen, die das Organ schädigen.

Allein in den USA sind laut Schätzungen derzeit 80 Mio. Menschen betroffen. Es handelt sich dabei um die häufigste chronische Erkrankung der Leber bei Kindern und Heranwachsenden. Allgemein verläuft eine Erkrankung ohne Symptome. Das Fortschreiten kann jedoch zu einer Leberzirrhose und fallweise zu Leberkrebs führen. Frühere Studien konzentrierten sich auf nichtalkoholische Fettlebererkrankungen bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen.

Für die aktuelle Studie fokussierten sich die Forscher auf Risikofaktoren für eine Fettleber bei jüngeren Kindern. Gemessen wurden die Werte des Leberenzyms ALT. Erhöhte Werte sind ein Marker für eine Schädigung der Leber. Sie können bei Personen mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung und anderen Erkrankungen der Leber auftreten. Für die Studie wurden die Daten von 635 Kindern des "Project Viva" ausgewertet, einer prospektiven Studie, die derzeit in Massachusetts mit Frauen und Kindern durchgeführt wird. 

Alarmierende Ergebnisse

Im Alter von gerade einmal acht Jahren verfügten 23 Prozent der Kinder über erhöhte ALT-Werte. Kinder mit einem größeren Taillenumfang im Alter von drei Jahren und jene Drei- bis Achtjährigen mit größeren Zunahmen der Messwerte für Fettleibigkeit verfügten eher über erhöhte Werte. Rund 35 Prozent der fettleibigen Achtjährigen wiesen erhöhte ALT-Werte auf. Bei normalgewichtigen Kindern lag dieser Wert bei 20 Prozent. Laut Woo Baidal betonen diese Forschungsergebnisse die Wichtigkeit der Messung dieser Werte - und das nicht erst ab dem zehnten Lebensjahr. Die beste Möglichkeit zur Behandlung einer Fettlebererkrankung bei Kindern und Erwachsenen bestehe derzeit im Abnehmen durch weniger verarbeitete Lebensmittel und regelmäßigem Sport. Die Forschungsergebnisse wurden im "Journal of Pediatrics" veröffentlicht.


Quelle: Columbia University/pressetext

05.04.2018

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