MTRA im Ausland

„Die schwierigsten Wörter sind Tupfer, Schlauch und Stöpsel“

Wie MTRA den Weg ins Ausland finden und wertvolle internationale Berufserfahrung sammeln können, erörtert eine Session im MTRA-Programm.

Benoit Billebaut
Benoit Billebaut

Ins Ausland gehen? Mitten im Berufsleben? Aber welche Klinik nimmt deutsche Medizinisch- Technische Radiologieassistenten – kurz MTRA – auf, und wie bereitet man sich am besten vor? Auf all diese Fragen bekommen MTRA, die neugierig aufs Ausland sind und einen längeren Aufenthalt außerhalb Deutschlands planen, auf dem Röntgenkongress.

Aber ist es wirklich empfehlenswert, dem für MTRA sicheren deutschen Arbeitsmarkt den Rücken zu kehren, wenn auch nur temporär? „Natürlich! Die Auslandserfahrung ist Gold wert“, sagt Benoit Billebaut, Vorstandsmitglied der Vereinigung Medizinisch-Technischer Berufe (VMTB) und MTRA in Münster. „Im Ausland lernt man viel. Man sammelt nicht nur neue Erfahrungen für den Beruf, sondern auch für die eigene Persönlichkeit, indem man sich im neuen Land an ganz andere Traditionen und Lebensstile anpassen muss“, fügt Benoit Billebaut hinzu, der aus Frankreich stammt und seit 2010 in Deutschland als MTRA arbeitet. Er empfiehlt insbesondere beim Aufenthalt zu beobachten, wie sich die Verantwortungsbereiche der MTRA im Ausland zu denen in Deutschland unterscheiden. „In Frankreich zum Beispiel hat der Radiologe viel weniger Kontakt zum Patienten als der MTRA, der übrigens dort weniger als Assistent angesehen wird. Sie gelten eher als Kollegen, die eben andere Tätigkeiten ausüben. Aber sie nehmen den Radiologen nicht die Arbeit weg, sondern sie entlasten sie“, sagt Billebaut.

Eine große Herausforderung, die im Ausland zu meistern ist, sei die Sprache. „Die technischen Begriffe sind dabei nicht mal das große Thema. Die problematischen Wörter sind die vermeintlich kleinen Dinge im Arbeitsalltag, die man rasch zur Hand haben muss, und die einem manchmal auf die Schnelle nicht einfallen: Tupfer, Pflaster, Schlauch, Stöpsel und so weiter“, führt Benoit Billebaut aus. In vielen Ländern studiert man, um MTRA zu werden und bildet sich im Anschluss etwa im Rahmen eines Masters weiter. „Dieser Trend wird sich europaweit mit Sicherheit fortsetzen“, betont Billebaut.

Und was muss man beachten, wenn man sich als MTRA im Ausland bewirbt? Benoit Billebaut legt Interessenten ans Herz, sich vorab gut zu erkundigen, vor allem in Bezug auf Steuern, Rentenversicherung, Arbeitsrecht und natürlich Landessprache. „Wichtig ist auch zu erfahren, ob die bisherige Ausbildung und Erfahrung anerkannt werden. Man sollte sich einen Man sollte sich einen festen Ansprechpartner in der Klinik suchen, um auch die Kosten abzuklären“, erklärt Billebaut.

30.05.2014

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Molekulare Bildgebung

Welches Potential hat die Xenon-MRT?

Die MRT ist als bildgebendes Verfahren nicht mehr aus dem klinischen Alltag wegzudenken. Ohne Strahlenbelastung können Ärzte Organe und Gewebestrukturen des Patienten einfach sichtbar machen.…

Photo

Radiologie im Zweiklang

Wiener Charme trifft norddeutsche Bodenständigkeit. Diagnosen, radiologische Therapiemöglichkeiten und das konventionelle Röntgenbild treffen auf moderne Schnittbildverfahren. Der diesjährige…

Photo

Neuer Studiengang „Medizinische Radiologietechnologie"

Der schnelle Fortschritt bei den bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik erfordert Mitarbeiter, die nicht nur medizinischen Sachverstand mitbringen, sondern auch physikalische,…

Verwandte Produkte