LMU

DFG bewilligt innovatives Großgerät für die Strahlentherapie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Rahmen einer kompetitiven Ausschreibung deutschlandweit drei neuartige Geräte zur Kombination von Magnetresonanztomografie (MRT) mit der bildgeführten Strahlentherapie bewilligt. Der Standort München – LMU-Klinikum wurde im selben Verfahren mitbegutachtet und gehört neben Heidelberg und Tübingen zu den drei ausgewählten Uniklinika für diese Großgeräteanschaffung in der Strahlentherapie. Die Anlage wird als große Baumaßnahme vom Freistaat Bayern finanziert.

Photo: DFG bewilligt innovatives Großgerät für die Strahlentherapie
Quelle: panthermedia.net/Yuriy Klochan

Das Klinikum der Universität München zählt weltweit zu den 15 bis 18 ersten klinischen Anwendern des neuen Hybridgerätes, das mit der Magnetresonanztomografie (MRT) und der bildgeführten Strahlentherapie eine vielseitige medizinische Bildgebungstechnik mit einer wirksamen modernen Krebsbehandlung kombiniert. Das sogenannte MRT-LINAC-System wird in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie eingebaut werden und ab ca. 2018 klinisch erprobt. „Diese Bewilligung ist uns Dank der großartigen Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie und dem Lehrstuhl für Medizinische Physik der Physikalischen Fakultät der LMU gelungen“, freut sich Prof. Claus Belka, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum der LMU.

Die Genehmigungssumme für das Hybridgerät liegt bei über 8,1 Millionen Euro und stellt damit eine der bisher größten Einzelinvestitionen in medizinische Großgeräte-Technologie am KUM dar. Derzeit sind zwei Firmen in der Lage diese Technologie auf dem Niveau von einsatzfähigen Prototypen so zu beherrschen, dass eine klinische Implementierung möglich ist. Die letztliche Wahl des Anbieters ist momentan offen. Die Vorbereitungs- und Bauzeit und beträgt von jetzt an zwei bis drei Jahre.

Neben der direkten Auswirkung auf die wissenschaftliche Entwicklung der Klinik für Radioonkologie, ist die Beschaffung solcher „High End“ Technologien von erheblichem Nutzen für die CCC Strukturen in München, da solche Geräte natürlich allen Patienten im Einzugsbereich des CCC zugutekommen werden.

Technologie

Die Fusion von Bestrahlungsgeräten mit Computertomographen stellt momentan den sogenannten State-of-the-art dar. Mit einem solchen Gerät ist es möglich, mittels CT die Lagerung des Patienten und somit auch die Lagerung des Tumors in Bestrahlungsposition direkt zu validieren und zu adaptieren. Für die noch genauere Position des zu bestrahlenden Tumors insbesondere bei beweglichen Tumoren soll die MR-Bildgebung sorgen: Sie ermöglicht sowohl eine räumlich anatomische Erfassung als auch eine biologisch funktionelle Charakterisierung des Tumors, jeweils mit hoher Orts- und Kontrastauflösung. Durch die MRT lassen sich Tumorbewegung während der Bestrahlung mehrmals pro Sekunde exakt erfas-sen und ausgleichen. Zusätzlich könnten frühe Veränderungen des Tumors unter der Bestrahlung als prädiktive Marker für eine Therapieintensivierung oder -deeskalation herangezogen werden.

Vorteile für Krebspatienten

Ein weiterer Vorteil der Bildgebung mit MRT gegenüber Computertomografie oder nuklearmedizinischer Bildgebung ist, dass sie ohne Strahlenbelastung auskommt und daher wiederholt und ohne möglichen Nachteil für den Patienten angewendet werden kann. „Dieser innovative Therapieansatz wird einen neuen Standard in der Bildführung in der Strahlentherapie definieren“, sagt Prof. Belka. Besonders werden Tumoren in der Lunge, dem Oberbauch wie Magen und Pankreaskarzinome und Prostatakarzinome profitieren.

Onkologisches Spitzenzentrum München

Die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ist Mitglied des interdisziplinären Krebszentrums CCCLMU am Klinikum der Universität München. Das CCCLMU und das RHCCC am Klinikum rechts der Isar der TU München bilden das von der Deutschen Krebshilfe zertifizierte Onkologische Spitzenzentrum CCC München.

Quelle: Klinikum der Universität München

04.02.2016

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