Ausländischer Berufsabschlüsse

Der Traum vom deutschen OP

Operationstechnische Assistenten sind in Deutschland gesuchte Fachkräfte. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse für die Arbeit in deutschen Operationssälen ist jedoch nicht einfach. Das Universitätsklinikum Ulm hat jetzt in Kooperation mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet und an der Akademie für Gesundheitsberufe einen Anerkennungslehrgang organisiert. Ömer Altun, der zuvor am Baskent Universitätsklinikum in Istanbul arbeitete, hat kürzlich die deutsche Abschlussprüfung bestanden und arbeitet jetzt im Zentral-OP des Klinikums.

Dirk Pflüger (links) und Ömer Altun.
Dirk Pflüger (links) und Ömer Altun.
Quelle: Universitätsklinikum Ulm

Nach seinem in Istanbul abgeschlossenen Studium der OP-Technik war Ömer Altun im Baskent Universitätsklinikum in Istanbul tätig. „Ich wollte aber in Deutschland arbeiten, weil es im Bereich der Medizin einen guten Ruf hat“, erzählt der 29-Jährige. Da sein Studium nicht alle Ausbildungsinhalte der Operationstechnischen Assistenz in Deutschland auswies, vermittelte ihm die Deutsche Krankenhausgesellschaft Kontakt zur Schule für Operationstechnische Assistenz am Ulmer Universitätsklinikum. „Dass ich hier den Schulleiter Dirk Pflüger getroffen habe, ist mein großes Glück. Er hat mich in unglaublicher Weise unterstützt“, erzählt der 29-Jährige.
 
Dirk Pflüger leistete zusammen mit Ralf Neiheiser von der Deutschen Krankenhausgesellschaft Pionierarbeit. „Wir haben einen maßgeschneiderten Anerkennungslehrgang für Herrn Altun auf die Beine gestellt. Er hat an unserer Akademie für Gesundheitsberufe genau die Kurse des aktuellen Ausbildungsjahrgangs besucht, die ihm fehlten. Hinzu kamen Praxisphasen in verschiedenen chirurgischen Fachbereichen und OP-Sälen“, erzählt Pflüger. „Dieses Vorgehen ist beispielhaft für weitere Anerkennungsverfahren dieser gesuchten Fachkräfte in Deutschland. Dass das Ulmer Universitätsklinikum diese Pionieraufgabe übernommen hat, begrüßen wir sehr“, sagt Personalreferent Ralf Neiheiser von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Erste Anfragen anderer Klinikstandorte zum Ulmer Beispiel gibt es bereits. „Die Entwicklung der Medizin wird nicht nur im ärztlichen Bereich, sondern auch in der Pflege und im Feld der technischen Assistenz immer internationaler. Anerkennungsverfahren, die vorhandene Erfahrung einbeziehen und gleichzeitig die hohe Ausbildungsqualität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern, sind daher sinnvoll“, so Prof. Dr. Udo X. Kaisers, der Leitende Ärztliche Direktor des Klinikums.

Ömer Altun absolvierte kürzlich seine Abschlussprüfung. „Dass ich jetzt am Universitätsklinikum bleiben kann, ist für mich ein Traum“, sagt der Absolvent. „Ich schätze die Arbeit hier sehr. Die OP-Säle sind hervorragend ausgestattet, die Hygiene ist einwandfrei, die Chirurgen operieren sehr genau und sehr schonend. Die Arbeitsweise am OP-Tisch ist klar und funktioniert im Team richtig gut“, so Altun. Operationstechnische Assistenten (OTA) organisieren den reibungslosen Ablauf einer OP, assistieren den Chirurgen und betreuen die Patienten vor und nach der Operation. Das Universitätsklinikum bietet die dreijährige Ausbildung in seiner Akademie für Gesundheitsberufe an.


Quelle: Universitätsklinikum Ulm

03.01.2017

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