EU-Twinning-Projekt "MaNaCa"

Den Tumor mit magnetischen Nanohybriden zerstören

Die gezielte Vernichtung von Krebszellen mit magnetischen Nanopartikeln ist der Dreh- und Angelpunkt von „MaNaCa“, einem EU-Projekt zur Tumorbekämpfung. Zugleich ist es aber auch ein Mentorenprogramm für die Akademie der Wissenschaften in Armenien:

Bildquelle: engin akyurt auf Pixabay

Das Projekt auf zwei Ebenen, an dem Physiker vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) maßgeblich beteiligt sind, wird von der Europäischen Union mit 800.000 € gefördert. 

Twinning, zu Deutsch etwa „Zwillingsbildung“ ist der Fachbegriff für die Hilfe der EU zur Weiterentwicklung technologischer und wissenschaftlicher Expertise in nicht-europäischen Partnerländern: Eine bestimmte Fachrichtung oder Institution der entsprechenden Nation wird unterstützt, indem sie von mindestens zwei international führenden europäischen Forschungseinrichtungen angeleitet wird. Das Projekt „MaNaCa – Magnetic Nanohybrids for Cancer Therapy” soll das wissenschaftliche Potenzial des Instituts für physikalische Forschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Armenien verbessern. Erfahrene Projektpartner sind die UDE, die Aristoteles University of Thessaloniki in Griechenland und ein Beratungsunternehmen aus Luxemburg.

Wir wollen eine noch gezieltere Therapie ermöglichen, indem wir die Überhitzung auf die individuelle Tumorzelle oder sogar einen verwundbaren Punkt in ihrem Stoffwechsel begrenzen

Michael Farle

Auf wissenschaftlicher Seite wird sich MaNaCa drei Jahre lang auf die Anwendung magnetischer Partikel in der Krebstherapie konzentrieren. Zwei therapeutische Varianten stehen dabei im Fokus: Bei der Hyperthermie werden die Partikel gezielt in Tumorgewebe eingebracht. Anschließend versetzt man ihr inneres Magnetfeld durch ein äußeres Magnetfeld in schnelle Schwingungen. Dadurch überhitzen und töten sie die kranken Zellen in ihrer Umgebung; gesundes Gewebe bleibt unbeschädigt. Eine Alternative ist der magnetisch-mechanisch verursachte Zelltod. Hierbei sitzen die magnetischen Nanopartikel direkt an der Membran der Tumorzelle. Schon winzige mechanische Schwingungen im atomaren Maßstab reichen dann aus, um die betroffenen Krebszellen zu zerstören. Beide Techniken funktionieren ohne Operation.

„Die magnetbasierten Behandlungen sind im Labor heute schon echte Alternativen zur Bestrahlung und Chemotherapie“, erklärt Physiker Prof. Michael Farle, einer der beteiligten UDE-Wissenschaftler. „Dennoch wollen wir eine noch gezieltere Therapie ermöglichen, indem wir die Überhitzung auf die individuelle Tumorzelle oder sogar einen verwundbaren Punkt in ihrem Stoffwechsel begrenzen.“

Das Projekt ist gerade gestartet und endet im September 2022.


Quelle: Universität Duisburg-Essen (UDE)

16.10.2019

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Krebsforschung

Schwarze Nanopartikel bremsen Tumorwachstum

Melanin schützt uns vor schädlichen Sonnenstrahlen, indem er Lichtenergie aufnimmt und in Wärme umwandelt. Diese Fähigkeit lässt sich sehr effektiv für die Tumordiagnose und -therapie…

Photo

Tumorforschung

Nano-Gold trickst Blut-Hirn-Schranke aus

Forscher der Dänischen Technischen Universität haben einen Weg gefunden, die Blut-Hirn-Schranke zu durchbrechen, die das Gehirn vor Schadstoffen schützt, aber auch keine Medikamente durchlässt.…

Photo

Schwarze Schafe

Epstein-Barr-Variante kann Krebs verursachen

Mehr als 90 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Meist bleibt die Infektion ein Leben lang völlig unbemerkt. Doch das Virus kann auch…

Verwandte Produkte

Eppendorf – Mastercycler nexus X2

Research Use Only (RUO)

Eppendorf – Mastercycler nexus X2

Eppendorf AG
Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

Research Use Only (RUO)

Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

SARSTEDT AG & CO. KG
Shimadzu – CLAM-2030

Research Use Only (RUO)

Shimadzu – CLAM-2030

Shimadzu Europa GmbH