Forscher aus Chile sind den neuroprotektiven Eigenschaften von Curcumin, einem wichtigen Bestandteil in Curry, nachgegangen.
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Nutrizeutika

Curry - nicht nur lecker, sondern auch wirksam gegen Alzheimer?

Nicht nur Gourmets ist Curry seit Langem als pikanter Begleiter in der Küche bekannt. Doch das in der Gewürzmischung enthaltene Curcumin regt nicht nur Geschmacksnerven an, sondern könnte auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer wirksam sein.

Eine Forschergruppe aus Chile um Inelia Morales hat sich der neuroprotektiven Eigenschaften der Substanz angenommen und die Ergebnisse nun veröffentlicht.

Die Alzheimer-Erkrankung zeichnet sich durch eine zunehmende kognitive Beeinträchtigung der Patienten aus und betrifft rund 12 % der über 65-Jährigen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass über 48,6 Mio. Menschen weltweit an dieser Erkrankung leiden. Die Autoren der Studie haben in früheren Arbeiten eine Hypothese zu möglichen Mechanismen der Krankheitsentwicklung vorgeschlagen, die mit den klinischen Beobachtungen konsistent zu sein scheint. Nach diesem neuroimmunomodulatorischen Konzept löst das körpereigene Immunsystem eine Kaskade molekularer Signale aus, die letztlich zu Ansammlungen des fehlerhaft konstruierten Tau-Proteins in den Zellen, und damit zum Pfad der neuronalen Degeneration führen.

Ergebnisse könnten bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen

Derzeit scheitern viele der gegen Alzheimer gerichteten Medikamente. Ein alternativer Weg führt über Nutrazeutika – Nahrungsmittel, die gesundheitsrelevant wirken können. Solche Substanzen könnten eventuell zur Prävention und möglicherweise Behandlung der Alzheimer-Erkrankung eingesetzt werden. Curcumin beispielsweise, nicht nur Curry-Liebhabern bekannt, wirkt entzündlichen Prozessen entgegen. Neuere Studien deuten auch auf seine mögliche Bedeutung in der Kontrolle oxidativen Stresses, bei dem die zellulären Reparatur- und Entgiftungsprozesse überfordert sind. Auch verschiedene Gehirnfunktionen, die auf Signalen des Neurotransmitters Acetylcholin basieren, scheinen mit Curcumin verbessert werden zu können. Jedoch sind die zugrundeliegenden Mechanismen bisher unklar.

Morales und Kollegen (2017) untersuchten nun die Effekte von Curcumin auf neuronale Zellkulturen im Labor. Dazu überforderten sie die zellulären Reparaturmechanismen durch oxidativen Stress mittels verschiedener oxidativer Substanzen. Gleichzeitig lag im Nährmedium bei einem Teil der Zellen Curcumin vor, bei einem anderen Teil nicht. Die Daten zeigten, dass Curcumin starke neuroprotektive Effekte auf die Zellen hatte, sie also vor der Toxizität der oxidativen Substanzen schützte. Typischerweise verlieren neuronale Zellen ihre neuritogenen Fähigkeiten unter oxidativem Stress – das heißt, sie können nicht weiterwachsen. Die Studie konnte Anzeichen dafür finden, dass Curcumin auch hierbei den giftigen Substanzen entgegenwirkte. Zusätzlich verlangsamte sich im Curcumin-Medium die Ansammlung der Tau-Proteine, und lösten sich sogar auf.

Die Ergebnisse deuteten also darauf, dass Curcumin Potenzial zur Prävention der durch die Alzheimer-Erkrankung ausgelösten kognitiven Schäden haben könnte. Gleichzeitig zeigte die Studie Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen und eröffnete damit einen Pfad für weitere Medikamententwicklungen zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung.


Quelle: beilit/beipress

08.09.2017

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