proBNP

Biomarker gibt Hinweis auf Sterberisiko für Hochrisikopatienten

Bei Hochrisikopatienten mit Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung ist das vom Herzmuskel gebildete proBNP ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Todesfälle. Je höher das proBNP, desto höher das Sterberisiko, zeigt eine aktuelle Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress in Barcelona präsentiert wurde.

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Quelle: Pixabay/geralt

Laut einer neuen Studie ist bei Hochrisikopatienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung das vom Herzmuskel gebildete proBNP (B type natriuretic peptide) ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Todesfälle, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie aus Anlass des Europäischen Kardiologiekongresses (ESC) in Barcelona. „Die Prognose dieser Patienten ist deutlich besser bei niedrigerem proBNP, bei hohem proBNP sterben über sechs Jahre etwa ein Viertel der Patienten“, so Prof. Dr. Christoph Säly (VIVIT-Institut Feldkirch). „ProBNP ist bereits jetzt ein Routine-Parameter, der in jedem größeren Labor bestimmt werden kann. Von unseren Ergebnissen können Ärzte und Patienten deshalb bereits jetzt profitieren: Durch die Bestimmung des proBNP kann das individuelle Risiko besser abgeschätzt werden.“

Der vom Herzmuskel gebildete Biomarker proBNP wird in der aktuellen Klinik zur Diagnose einer Herzschwäche eingesetzt. Prof. Saely: „Unklar war, ob proBNP auch bei Patienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung die Herzkreislaufsterblichkeit vorhersagen kann. Das ist sehr wichtig, weil Patienten mit dieser Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung ein besonders hohes Risiko für ungünstige Herzkreislaufereignisse (Herzinfarkt und kardiovaskulärer Tod) haben.“

Am VIVIT-Institut wurde im Rahmen einer großen Studie mit über 2.000 Teilnehmern bei 600 Patienten mit im Herzkatheter nachgewiesener Verengung der Herzkranzgefäße das proBNP bestimmt. Diese Patienten wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren nachuntersucht, das Auftreten von Herzkreislaufereignissen wurde erfasst. Fazit: proBNP war bei Studienbeginn höher bei Patienten mit Diabetes als bei jenen, die keinen Diabetes hatten. Todesfälle durch Herz-Kreislaufereignisse traten bei 14 Prozent der Herzpatienten mit Diabetes und bei 6 Prozent der Herzpatienten ohne Diabetes auf – das Risiko von Diabetespatienten war also insgesamt mehr als doppelt so hoch wie jenes von Patienten ohne Diabetes. Sowohl bei Patienten mit als auch bei Patienten ohne Diabetes stieg das Risiko für durch Herzkreislauferkrankungen bedingte Todesfälle mit steigendem proBNP. Während Diabetes-Patienten im untersten Drittel der proBNP Werte nur ein 2-prozentiges Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben hatten, lag dieses Risiko bei Diabetes-Patienten mit proBNP Werten im höchsten Drittel bei 23 Prozent. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Patienten ohne Diabetes.

Prof. Säly: „Zukünftige Studien müssen zeigen, inwieweit die proBNP Werte einen Einfluss auf die Behandlung von Herzpatienten mit Diabetes haben sollen.“



Quellen: 

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

ESC 2017 Abstract P1545 Saely et al. Type 2 diabetes, chronic kidney disease, and mortality in patients with established cardiovascular disease. European Heart Journal (2017) 38 (Supplement) 710

30.08.2017

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