Bayer setzt auf Innovationen zur besseren Gesundheitsversorgung

Das deutsche Gesundheitssystem steht angesichts einer älter werdenden Bevölkerung vor großen Herausforderungen. Einerseits sollen alle Patienten am medizinischen Fortschritt teilhaben, andererseits gilt es, die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren.

Photo: Bayer setzt auf Innovationen zur besseren Gesundheitsversorgung
Photo: Bayer setzt auf Innovationen zur besseren Gesundheitsversorgung

Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr ein umfangreiches Sparpaket für den Arzneimittelmarkt beschlossen, mit dem jährlich bis zu 2 Milliarden Euro gespart werden sollen.

"Die wichtigste medizinische Zielsetzung - dem Patienten zu helfen und Heilung anzustreben - darf dabei nicht zweitrangig werden", betonte Liam Condon, Geschäftsführer der Bayer Vital GmbH auf einem Expertenforum zum Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) am 7. Juni 2011 in Berlin*: "Alle Patienten müssen Zugang zu einer optimalen medizinischen Versorgung haben und das schließt innovative Medikamente ein. Bayer HealthCare verfolgt diese Zielsetzung mit hoher Konzentration und Investitionsbereitschaft. Alleine im letzten Jahr konnten wir als Teilkonzern der Bayer AG etwa 2,1 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investieren", sagte Liam Condon. "Mit unseren Innovationen zum Beispiel zur Behandlung von Thrombosen, in der Augenheilkunde oder in der Krebstherapie, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Therapiefortschritt, der in erster Linie den Patienten zu Gute kommen soll."

Dass forschende Pharma-Unternehmen wie Bayer HealthCare dazu innovationsfreundliche Rahmenbedingungen gerade auf dem Heimatmarkt brauchen, steht außer Frage. Als Ergebnis bekommt das Gesundheitswesen und somit auch jeder einzelne Patient viel zurück: Innovationen, die Therapiefortschritt bedeuten.

Arzneimittel sind wichtiger Bestandteil einer optimalen Gesundheitsversorgung und sie sind nicht die ausschließlichen Kostentreiber im Gesundheitssystem. Gelingt es zudem durch schnellere Heilung, besseres Management einer chronischen Krankheit oder durch eine ambulante statt stationäre Behandlung Menschen im Arbeitsleben zu halten, entstehen auch volkswirtschaftlich positive Nutzeneffekte.

Liam Condon sieht im AMNOG eine große Herausforderung, der sich forschende Unternehmen stellen müssen. Seit dem 1.1.2011 werden die Hersteller verpflichtet, mit der Marktzulassung den zu erwartenden Nutzen ihrer Arzneimittel mit einem umfangreichen Dossier darzulegen. Darauf aufbauend entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss über den Nutzen. Für Condon kommt es nicht auf das "ob" der Bewertung selbst an, vielmehr auf das "wie": "Eine der Kernfragen wird sein, wie innovationsoffen die Bewertung ist. Es wird auch interessant sein, wie die gesellschaftlichen Interessen an neuen Arzneimitteltherapien in die Nutzenbewertung einfließen". Gleichzeitig unterstreicht Liam Condon, dass "der Nutzenbegriff mit seinen verschiedenen Dimensionen umfassender betrachtet werden sollte. Beispielsweise betrifft dies die Verbesserung der Compliance, die Verringerung von Krankenhausaufenthalten, die Einsparungen von Ressourcen, die erleichterte Medikamentenanwendung, Vorteile in anderen Bereichen wie Arbeitsfähigkeit, Pflege, Reha, Frühverrentung oder die Verminderung der Belastung von Angehörigen."

Eine erfolgreiche Nutzenbewertung garantiert aber noch keineswegs ein angemessenes Preisniveau. Denn es existiert noch eine zweite Erstattungshürde: die Preisverhandlung mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. "Im Mittelpunkt steht die für uns entscheidende Frage: wie wird der Zusatznutzen eines Arzneimittels in einen Preis übersetzt?" so Liam Condon. Auf welcher Grundlage diese "Übersetzung" erfolgen soll, wird derzeit zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Herstellerverbänden in einer Rahmenvereinbarung verhandelt.

Forschung und Entwicklungsaktivitäten sind ein Schlüsselfaktor für den medizinischen Fortschritt. Nicht immer sind große Sprünge möglich. Oft werden neue Arzneimittel zum "me-too" abgestempelt und landen in Festbetragsgruppen, weil kleinere Therapiefortschritte nicht gewürdigt werden. Neue Therapieoptionen sind aber - vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung - erforderlich, so Condon, um selbst weit verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer oder Krebs künftig besser behandeln zu können. Moderne Arzneimittelforschung ist zu Generikapreisen nicht zu haben. Darüber müssen sich alle im Klaren sein. Wenn die Entwicklungszeiten sich verlängern, der Studienaufwand zunimmt und die Kosten steigen, können die Preise nicht auf Generikaniveau fallen. So gerät das Gleichgewicht zwischen patentgeschützten neuen Arzneimitteln und patentfreien Nachahmermedikamenten aus den Fugen.

* III. Expertenforum zum AMNOG: Arzneimittelmarkt - Quo Vadis? Erste Erfahrungen mit dem AMNOG und weitere Entwicklungen. 7. Juni 2011 in Berlin

 

Bildquelle: pixelio.de / Rainer Sturm
 

08.06.2011

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