Blutkrebs

Blutbildungs-Atlas hilft bei der Vorhersage von Krebsverlauf

Täglich werden im Körper Milliarden neue Blutzellen gebildet, da viele dieser Zellen nur ein paar Tage oder Wochen leben. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun erstmals einen umfassenden Atlas erstellt, der eine spezielle Klasse von Molekülen abbildet, die für diesen Prozess unentbehrlich sind.

shutterstock/RomanenkoAlexey

Es handelt sich um die rund 40.000 sogenannten nicht-kodierenden Ribonukleinsäuren (RNAs). Sie steuern viele sehr unterschiedliche Vorgänge in den Zellen – beispielsweise, welche Gene wann wie oft abgelesen werden.

Tracking-Pixel

„Mit unserem Atlas kann man besser verstehen, wie Blutzellen, aber auch Blutkrankheiten entstehen. Es ist auch möglich, die Verläufe von Krankheiten bei Patienten mit Blutkrebs besser vorherzusagen und so individueller zu therapieren“, sagt Privatdozent Dr. Jan-Henning Klusmann von der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Der Atlas ist im Internet einzusehen unter www.leukemia-research.de (Stichwort: „IncScape“). Die zugrundeliegende Studie veröffentlichte Dr. Klusmanns Team in der Fachzeitschrift „Nature Communications“. Erstautoren sind Dr. Dr. Adrian Schwarzer, MHH-Institut für Experimentelle Hämatologie und der MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, sowie Stephan Emmrich, ehemals MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, jetzt University of Rochester, New York.

Zu den Blutzellen zählen Blutplättchen sowie rote und weiße Blutkörperchen. Ihre Ausreifung im Knochenmark benötigt ein komplexes und bisher wenig verstandenes Zusammenspiel von nicht-kodierenden RNAs und anderen Molekülen in der Zelle. Die Forscher konnten mit ihren Analysen viele dieser nicht-kodierenden RNAs Funktionen zuordnen. Beispielsweise fanden sie nicht-kodierende RNAs, die für die Ausreifung der Granulozyten wichtig sind. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und somit zum Immunsystem. „Unser Ziel ist es, mit Hilfe des Atlas die Ursache von Blutkrebs bei einzelnen Patienten festzustellen und daraus Empfehlungen für die Therapie abzuleiten“, sagt Dr. Klusmann.


Quelle: Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

10.08.2017

Verwandte Artikel

Molekulare Medizin

Mechanismus entdeckt, der Zellwachstum in Blutgefäßen hemmt

Wenn Zellen zu schnell wachsen und sich vermehren, kann es zu Krankheiten des Herzens, der Blutgefäße und der Lunge kommen, aber auch zu Krebs. Das Team um Professor Dr. Georg Hansmann von der…

80 Jahre DGHO

Acht Jahrzehnte Engagement für Erforschung und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen

Kaum eine medizinische Fachdisziplin wurde in den letzten Jahrzehnten von derart großen Fortschritten geprägt wie die Hämatologie und Medizinische Onkologie. Die Diagnostik und Therapie von…

Neuer Antikörper

Neuer Ansatz zur Behandlung von Akuter Myeloischer Leukämie

Der in Dresden unter Leitung der TU Dresden-Professoren Gerhard Ehninger und Michael Bachmann im ausgegründeten BioTech-Unternehmen GEMoaB neu entwickelte bispezifische Antikörper „GEM333“…

Verwandte Produkte

Research use only (RUO)

Eppendorf - Mastercycler nexus X2

Eppendorf AG

PET-CT

GE Healthcare Discovery IQ

GE Healthcare

PET-CT

GE Healthcare Discovery MI

GE Healthcare