Sechs Personen stehen und sitzen in einem Außengelände um eine rote WC-Kabine
Das Projektkonsortium präsentiert die im Forschungsprojekt „KABINE“ entwickelte mobile telemedizinische Versorgungseinheit, die eine hausärztliche Erstversorgung auch in Katastrophen- und Krisensituationen ermöglicht.

Bildquelle: Uniklinik RWTH Aachen 

News • Telemedizin im Katastophenfall

Außen Dixi-Klo, innen Notfallversorgung

Live-Demonstration zeigt Einsatz in der Praxis

Mit einer öffentlichen Abschlussdemonstration auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Aachen ist das Forschungsprojekt KABINE der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, erfolgreich zu Ende gegangen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bevölkerungsschutz, Gesundheitswesen und Politik nutzten die Gelegenheit, sich über die Projektergebnisse sowie das Potenzial der entwickelten telemedizinischen Versorgungseinheit für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen zu informieren.

Ein Mann mit Headset bedient einen Laptop auf dem Schreibtisch vor ihm. Auf dem Bildschirm sind medizinische Symbole zu erkennen
In der KABINE werden Patientinnen und Patienten telemedizinisch betreut

Bildquelle: Uniklinik RWTH Aachen 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der in den vergangenen zwei Jahren entwickelten KABINE – einer mobilen, telemedizinischen Versorgungseinheit, die auf Basis einer umgebauten Toilettenkabine entstanden ist. Das System wurde entwickelt, um die hausärztliche Versorgung auch dann sicherzustellen, wenn Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege infolge einer Katastrophe beschädigt, zerstört oder überlastet sind. In einer Live-Demonstration zeigten die Projektbeteiligten, wie Patientinnen und Patienten mithilfe der KABINE medizinisch versorgt werden können. Dabei führten die Patientinnen und Patienten unter telemedizinischer Anleitung selbstständig verschiedene Untersuchungen durch. Die Besucherinnen und Besucher erhielten dabei einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise der integrierten Medizingeräte sowie in den telemedizinischen Behandlungsablauf. 

Vor der Demonstration präsentierte das Projektkonsortium die zentralen Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Fokus standen insbesondere die technische Umsetzung der mobilen Versorgungseinheit, die Erprobung des Systems unter realitätsnahen Bedingungen sowie mögliche zukünftige Einsatzszenarien im Bevölkerungsschutz. Die KABINE soll dazu beitragen, Versorgungslücken in außergewöhnlichen Schadenslagen zu überbrücken und die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten. 

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts wurde ein innovativer Ansatz für die medizinische Versorgung in Krisensituationen entwickelt und erprobt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung telemedizinischer Lösungen im Bevölkerungsschutz und können Impulse für zukünftige Konzepte einer resilienten Gesundheitsversorgung liefern. Bereits jetzt zeigt sich eine hohe Akzeptanz der KABINE bei den Besucherinnen und Besuchern der Abschlussveranstaltung sowie bei den Teilnehmenden der Studien. 


Quelle: Uniklinik RWTH Aachen 

10.07.2026

Verwandte Artikel

Photo

News • Transfusionsmedizin

Universelles Blutplasma: Neues Verfahren erhöht Verfügbarkeit

Ein Greifswalder Forschungsteam hat ein universell einsetzbares Blutplasma für alle Blutgruppen entwickelt. Das soll Engpässe insbesondere in der Notfallversorgung von Patienten vermeiden.

Photo

News • Deutschlandweite Analyse

Schlaganfall-Versorgung: Längere Wege auf dem Land, neue Chancen durch Telemedizin

Wie schnell sind spezialisierte „Stroke Units“ in Deutschland für Patienten mit Schlaganfall erreichbar? Forscher ermitteln die Dauer – und zeigen auf, wie Telemedizin helfen kann.

Photo

News • Effektivität verschiedener Kommunikationsmodelle

Forscher simulieren Medizin-Notfall auf dem Mond

Medizinischer Notfall auf dem Mond, kein Funkkontakt zur Erde: Forscher haben auf einer simulierten Mondoberfläche getestet, wie Crewmitglieder per Textnachricht eine Herzrhythmusstörung behandeln…

Newsletter abonnieren