Versorgung nach Notfällen und Katastrophen optimieren

Die medizinische Versorgung nach Unfällen und Katastrophen ist Schwerpunktthema des 128. Chirurgenkongresses vom 3. bis 6. Mail 2011 in München. Um Leben nach Notfällen zu retten, ist nicht nur medizinisches Können notwendig: Entscheidend ist, wie gut alle Beteiligten bei Rettung, Transport und Versorgung zusammenarbeiten.

Ob dies in Deutschland nach Unfällen im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder in der Freizeit bundesweit gut funktioniert und ob die vorhandenen Strukturen auch für Katastrophen geeignet sind, diskutieren Unfallchirurgen, Katastrophenmediziner, Anästhesisten, Rettungsassistenten, Angehörige der Bundeswehr und weitere Experten am 6. Mai in München.

Naturkatastrophen wie das Erdbeben und der Tsunami in Japan, der Hurrikan Katrina in New Orleans oder auch eine Massenpanik wie die Loveparade in Duisburg 2010 treten selten auf. Angesichts der hohen Anzahl von Toten und Verletzten sind Erfahrungen aus diesen Ereignissen jedoch wichtig, um Strukturen in der deutschen Katastrophenhilfe zu verbessern. Dies erfolgte in den letzten Jahren vermehrt in Projekten oder staatlichen Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem das seit 2004 existierende Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und ein Projekt zur Vorbereitung auf Terroranschläge, Krisen und Katastrophen (VoTeKK). Vertreter von BBK und VoTeKK sowie Ärzte und Rettungskräfte, die bei Katastrophen im Einsatz waren, berichten in der Vortragsveranstaltung „Katastrophenmedizin“ über ihre Erfahrungen und darüber, wie gut Deutschland gewappnet ist.

Struktur und Organisation der Notaufnahmen in den Kliniken, die nach Unfällen oder Katastrophen Menschen versorgen, ist Thema weiterer Vortragsveranstaltungen. Die schnelle chirurgische Versorgung von leicht- bis schwerstverletzten Unfallopfern trägt dazu bei, die Gesamtzahl der Todesfälle nach Unfällen in Deutschland seit Jahren zu senken. Es gibt jedoch regionale Unterschiede, beispielsweise in der Ausstattung von Räumlichkeiten oder beim medizinischen Personal. Der heutige Stand und notwendige Verbesserungen erläutern Experten verschiedener Fachrichtungen in München.

Die Thementage mit insgesamt vier Schwerpunkten sind neu im wissenschaftlichen Programm des 128. Chirurgenkongresses. Am letzten Kongresstag gibt es Vortragsveranstaltungen zu „Notfallmedizin/Katastrophenmanagement“ mit abschließender Podiumsdiskussion. Das Programm gestaltet die DGCH gemeinsam mit den zehn Fachgesellschaften der Viszeral-, Unfall-, Gefäß-, Kinder-, Herz-, Thorax-, Neuro-, Kiefer- und plastischen Chirurgie sowie den Orthopäden. Eine Posterpräsentation, eine Industrieausstellung und Fortbildungskurse ergänzen das Fortbildungsangebot für Chirurgen aller Fachrichtungen.
 

18.04.2011

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