Regenbogen im vom Hochwasser betroffenen Gebiet in Geisenheim am Rhein (Symbolfoto)

Hochwasser-Folgeschäden

Unterstützung für psychisch belastete Menschen in den Flutregionen

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) richten ein zusätzliches Angebot zur psychischen Unterstützung von vom Hochwasser Betroffenen und Fluthelfern ein.

Das Land fördert die Errichtung eines niedrigschwelligen gruppentherapeutischen Angebots für extrem psychisch belastete Betroffene und Fluthelfer vor Ort durch die KVNO ab dem 9. August 2021 bis zum 31. Oktober 2021 mit 95.000 Euro.

portrait of Karl-Josef Laumann
Karl-Josef Laumann

Bildquelle: Land NRW / R. Sondermann

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagt zur Hilfsmaßnahme: „Es ist schmerzlich und für nicht Betroffene kaum nachvollziehbar, was die Menschen in den Flutregionen durchmachen müssen. Sowohl in materieller als auch in seelischer Hinsicht. Viele werden noch lange Zeit benötigen, um das Geschehene zu verarbeiten. Dabei sollen bei Bedarf die gruppentherapeutischen Angebote unterstützen. Doch auch die vielen engagierten Helferinnen und Helfer haben zum Teil psychisch stark belastende Situationen durchgemacht. Auch sie können diese Hilfsangebote nutzen.“ 

„Um möglichst vielen Menschen helfen zu können, haben wir den Zugang zum Versorgungsangebot bewusst niedrigschwellig angelegt. Aufgrund unserer eingespielten Strukturen und Fachkenntnisse konnten wir dieses zusätzliche Angebot zusammen mit Ärzten und Psychotherapeuten aus der Region binnen kurzer Zeit realisieren. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Betroffene bei Bedarf das Angebot wahrnehmen“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO.

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Die gruppentherapeutischen Angebote werden im Laufe der kommenden Wochen an sieben Standorten in folgenden von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Kommunen stattfinden: Eschweiler, Stolberg, Meckenheim, Euskirchen, Bad Münstereifel, Kall sowie Schleiden. Betroffene erhalten psychologische Unterstützung, um das Geschehene und dessen psychische Auswirkungen einzuordnen, zu verarbeiten und zu klären, was die nächsten Schritte sein können. Dazu kann im Bedarfsfall beispielsweise auch die Empfehlung einer weiterführenden, auf den individuellen Gesundheitszustand ausgerichteten Therapie – z. B. eine ambulante Psychotherapie –  gehören.

Betroffene, die dieses Hilfsangebot in Anspruch nehmen möchten, können über den Terminservice der KVNO einen Termin an einem Standort in ihrer Nähe vereinbaren: Tel. 0800/116 117 05 (die Nummer ist montags bis donnerstags vom 9 bis 16 Uhr erreichbar, freitags von 9 bis 12 Uhr). Ebenso ist eine Anmeldung per E-Mail unter fluthilfe@arztrufzentrale-nrw.de möglich. Das Angebot steht allen von der Flutkatastrophe Betroffenen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus offen. 


Quelle: Land NRW

06.08.2021

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