Ein Hoch auf Garmisch

Neue Einflüsse – bewährtes Konzept

Das zehnjährige Jubiläum des Internationalen CT-Symposiums markiert nicht nur einen Meilenstein in der Kongressgeschichte, sondern bringt auch eine große Veränderung mit sich: Zum ersten Mal sind zwei Kongresspräsidenten für die wissenschaftliche Ausrichtung des Symposiums verantwortlich. Neben dem Gründervater Prof. Dr. Maximilian Reiser ist Prof. Dr. Jens Ricke neuer Kongresspräsident. Im Interview berichtet der Radiologe und Direktor der Klinik und Poliklinik für Radiologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), warum die neue Aufgabe für ihn eine Herzensangelegenheit ist und wie die Zukunft der Veranstaltung aussehen soll.

Interview: Daniela Zimmermann

Warum haben Sie sich dazu entschieden, in der Kongressleitung aktiv zu werden?

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Prof. Dr. Jens Ricke ist Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor der Klinik und Poliklinik für Radiologie am Klinikum der LMU.

Garmisch hat mich schon immer beeindruckt. Seit ich als junger Mann in die Radiologie eingestiegen bin, ist Garmisch ein Symposium, das man in unserem Fach kennt. Über die Jahre hat es eine außergewöhnliche Qualität und einen einzigartigen Bekanntheitsgrad entwickelt – und das kann man nicht von vielen Symposien in Kleinstädten am Rande der Berge behaupten. Am Kongress teilzunehmen ist ein großes Vergnügen, nicht nur, weil der Lern- und Lehrwert so ungewöhnlich hoch ist, sondern auch, weil er sich mit den Jahren zu einem zentralen Treffpunkt der Fachwelt entwickelt hat. Deswegen habe ich sofort zugesagt und freue mich sehr, als Kongresspräsident mitwirken zu können. Die starken Bande zwischen dem Symposium und der Klinik für Radiologie an der LMU haben das Ihre dazu beigetragen, aber die Veranstaltung selbst stand bei meiner Entscheidung im Vordergrund.

Kam die Anfrage für Sie überraschend?

Ja, definitiv. So wie ich immer noch überrascht bin, dass sich mein Einsatz- und Wirkungsort nun tatsächlich in München befindet. Hätten Sie mir diesen Wechsel vor wenigen Jahren prophezeit, hätte ich Ihnen nicht geglaubt. Lebenswege kann man nur bedingt planen und ein solches Ziel zu erreichen, ist außergewöhnlich. Ich bin sehr stolz darauf, das Direktorat und die Präsidentschaft angetreten zu haben.

Was gefällt Ihnen in München besonders gut?

In München fasziniert mich vor allem die Vielfalt der Menschen, die hier arbeiten. Gerade im Hinblick auf das Thema Nachwuchsmangel beeindruckt nicht nur das Klinikum, sondern die ganze Region mit außergewöhnlichen Talenten. Ob junge, begabte Nachwuchsärzte, routinierte Forschungsgruppenleiter oder zukunftsorientierte klinische Kooperationspartner: alle finden sich hier – eine großartige Chance, mit einer solchen Belegschaft zu arbeiten. Der Weggang aus Magdeburg ist mir dennoch schwer gefallen, ich war dort sehr gerne tätig.

War Magdeburg eine gute Vorbereitung auf München?

Ja, allerdings sind die beiden Orte nur schwer vergleichbar. Die Unterschiede in der Kultur, der Mentalität, den Traditionen, der Verwaltung und der täglichen Praxis führen dazu, dass ich in München viele neue Ufer betrete. In Magdeburg habe ich gelernt, Ressourcen zielführend und methodisch einzusetzen, das kommt mir auch in Bayern zugute. Es ist ein erstaunliches Bundesland und ich hoffe sehr, dass wir den hohen Standard, den wir hier haben, halten und ausbauen können.

Welche Schwerpunkte wollen Sie künftig in der Kongressarbeit setzen?

Natürlich suchen wir gemeinsam nach Ansatzpunkten, diesen Erfolg noch weiter auszubauen, aber bewährte Grundzüge werden wir nicht verändern

Jens Ricke

Prof. Reiser und ich werden künftig gemeinsam die wissenschaftliche Ausrichtung des Kongresses gestalten, das Erfolgskonzept grundsätzlich aber nicht verändern. Faszinosum dieser Veranstaltung war schon immer die Tatsache, dass in Garmisch Fortbildung außerordentlich kompakt, mit Tiefgang, aber auch mit einer überraschenden Breite betrieben wird. Das Programm richtet sich an Radiologinnen und Radiologen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Zwar gibt es vereinzelt Vorträge, die sich grundlagenorientierten oder auch visionären Themen widmen, diese sind jedoch eher „Appetitanreger“ in einem stark praxisorientierten Programm. Dieses Konzept bildet den Schlüssel zum Erfolg der Veranstaltung sowohl in ihrer CT- als auch in ihrer MRT-fokussierten Form. Natürlich suchen wir gemeinsam nach Ansatzpunkten, diesen Erfolg noch weiter auszubauen, aber bewährte Grundzüge werden wir nicht verändern. Das betrifft auch unsere Referenten. So werden wir in den kommenden Jahren weiter darauf achten, unsere Auswahl angemessen, aber nicht überbordend international zu halten und letztendlich nach didaktischen Zielkriterien einzuladen. Denn professionell und unterhaltsam sind zwei Schlüsselbegriffe, die in Garmisch schon seit Jahren untrennbar verbunden für hochzufriedene Teilnehmer sorgen.

15.01.2018

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