Nein zu „Hygiene light“

Qualifizierte Hygienefachkräfte werden nicht in Crash-Kursen ausgebildet

Das novellierte Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Stellenbesetzung für das Hygienefachpersonal bis zum Jahr 2016 in allen Bundesländern vollzogen sein muss. Die personellen Vorgaben sind in der vorgegebenen Frist für Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin (Krankenhaushygieniker) nicht zu erfüllen.

Für Hygienefachkräfte könnte der Zeitraum ausreichen, vorausgesetzt, dass die derzeit unterschiedlichen Ausbildungen bundesweit geregelt werden und Interesse an dieser Ausbildung im erforderlichen Umfang besteht. Der seit Langem bekannte Mangel an Fachpersonal und die dazu geführten Versäumnisse sind nicht ohne Weiteres zu beheben.

Die durch den Gesetzgeber ausgelöste Hektik führt dazu, dass eine Vielzahl von teilweise unseriösen Fort- und Weiterbildungen Qualifikationen im Schnelldurchlauf versprechen. Auch sind qualifizierte Ausbildungsplätze Mangelware. Gemeinsam mit der Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) fordert die Initiative Infektionsschutz das hohe fachliche Niveau der Aus- und Weiterbildung des Hygienefachpersonals nicht der Eile zu opfern.

Über die Initiative Infektionsschutz

Die Initiative Infektionsschutz ist ein interdisziplinäres Expertengremium, das die Umsetzung bundesweit gültiger und effektiver Hygienestandards unterstützt. Die Expertengruppe ist institutionell unabhängig. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die wissenschaftliche Forschungs-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit der Initiative Infektionsschutz wird unterstützt durch die Becton Dickinson GmbH, Heidelberg (BD).

 

07.08.2012

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