Frau mit Migräneattacke
Die Studie zeigte, dass Patienten mit visuellen Aura-Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen, erniedrigte Antworten der Sehrinde hatten.
Quelle: pixabay

MRT-Scan-Analyse

Hirnaktivitäten bei Migräne-Aura erforscht

In einer internationalen Kooperation haben Wissenschaftler des Dänischen Kopfschmerzzentrums, der Neurologie der Universität Kopenhagen und der Universitätsaugenklinik Magdeburg herausgefunden, dass verschiedene Aura-Symptome unterschiedliche Funktionsveränderungen im Gehirn widerspiegeln. Mit funktioneller Kernspinresonanztomographie (fMRI) untersuchten sie Patienten während Aura-Attacken.

fMRI-Untersuchung bei Aura-Attacken

Migräne ist eine häufige an den Kräften zehrende Erkrankung, von der etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen sind. Ein Drittel davon erlebt dabei die sogenannte Migräne-Aura. Diese äußert sich beispielsweise durch Sehstörungen, die unterschiedlicher Natur sein können – von der Wahrnehmung von flimmernden Blitzen bis hin zu Gesichtsfeldausfällen. Die der Aura zugrundeliegenden Mechanismen sind noch unklar. Die Kernspintomographie (MRT) könnte einen neuen Zugang zu den neuronalen Mechanismen der visuellen Symptomen darstellen. Aufgrund der unvorhersehbaren kurzlebigen Natur der Aura, ist es allerdings schwierig, systematische Studien bei Patienten während einer Aura durchzuführen.

Dem internationalen Forschungsteam gelang es jedoch mit funktioneller Kernspinresonanztomographie (fMRI) fünf Patienten bei Aura-Attacken untersuchen. Die Aura wurde dabei ausgelöst durch Inhalation von Luft mit reduziertem Sauerstoff, von atmosphärischer Luft oder durch Sport kombiniert mit Lichtstimulation. Sobald die Patienten das Auftreten und Fortschreiten von Sehstörungen berichteten, wurden sie sofort im Kernspintomographen untersucht. Dort wurden die Antworten der Sehrinde des Gehirns auf bewegte Schachbrettmuster gemessen.

Änderungen der Aktivität der Sehrinde

Es zeigte sich, dass Patienten mit visuellen Aura-Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen, erniedrigte Antworten der Sehrinde hatten, während Patienten, die beispielsweise Lichtblitze und Flimmern wahrnahmen, vergrößerte Antworten hatten. Betrafen die visuellen Symptome beide Gesichtsfeldhälften, so wurden die Änderungen der Aktivität der Sehrinde auch in beiden Hirnhälften beobachtet. Somit zeigten die Arbeitsgruppen dieses Kooperationsprojektes, dass unterschiedliche Aura-Symptome mit unterschiedlichen Antworten der Sehrinde zusammenhängen. Diese Studie stellt damit einen wichtigen Schritt zu einem besseren Verständnis der Migräne-Aura dar, mit möglichen Konsequenzen für eine effektive Behandlung.


Quelle: Universitätsaugenklinik Magdeburg

25.12.2017

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