Politik

Forschungsministerin Wanka gibt Startschuss für ehrgeiziges Förderprogramm

Mit einem neuen Förderkonzept will die Bundesregierung die digitale Vernetzung voranbringen. Dies kündigte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, im Rahmen des Medica Health IT Forums am gestrigen Montag an. Für eine erste Projektphase mit vier Jahren Laufzeit werden 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka.
Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka.
Quelle: MEDICA

Ministerin Wanka lobte den IT-Standort Deutschland, beklagte aber, dass bisher Versorgungs- und Forschungsdaten zu wenig zusammengeführt werden. „Wir vergeben große Chancen“, beklagte sie. Nur zwei von drei Krankenhäusern nutzten eine elektronische Patientenakte, sechs Prozent der Kliniken seien untereinander vernetzt, nannte Wanka als Beispiele. In europäischen Nachbarländern wie Finnland, Dänemark oder auch Großbritannien sei man in Sachen digitaler Vernetzung deutlich weiter. Mit dem neuen Förderkonzept will die Bundesregierung nun einen entscheidenden Anschub geben.

Da insbesondere an den Universitätskliniken Versorgungs- und Forschungsdaten anfallen, stehen sie im Zentrum des Förderkonzeptes. Die Universitätskliniken sind aufgefordert Konsortien, bestehend aus zwei oder mehr Häusern, zu bilden und sich gemeinsam zu bewerben. Ein international besetztes Gutachtergremium entscheidet darüber, welche Verbünde in das Förderprogramm aufgenommen werden. Den Zuschlag erhalten solche Konsortien, die unter anderem ihre Bereitschaft dokumentieren, sich auf einen gemeinsamen Standard einigen zu wollen und externe Partner benennen können. Dabei soll ein nationales Steuerungsgremium eingerichtet werden, dass die Entwicklung begleitet. Über Datenintegrationszenten sollen die verschiedenen Konsortien vernetzt werden.

Wie Wanka erläutert, ist Ziel des Projektes die Entwicklung von konkreten Anwendungsoptionen, die einen Zugewinn für die Gesundheitsversorgung darstellen. Den Bereich der seltenen Erkrankungen könne sie sich etwa als geeigneten Bereich vorstellen. Die Universitätskliniken haben nun  neun Monate Zeit, Konzepte zu entwickeln und sich zu bewerben. Nach der ersten Förderphase von vier Jahren soll das Programm voraussichtlich erweitert werden und „in die Breite gehen“.

16.11.2015

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