Engpass bei Nuklearmedizin

Weil das dringend benötigte Nuklid Technetium-99 nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, drohen jetzt Engpässe bei nuklearmedizinischen Untersuchungen. Über 90 % solcher Untersuchungen werden mit Technetium durchgeführt. Eine größere Zahl wird daher gar nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung erfolgen können. Der Grund sind fehlende Kapazitäten zur Herstellung des Mutter-Nuklides Molybdän-99, das weltweit nur in wenigen Forschungsreaktoren gewonnen wird.

Derzeit sind wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten die zwei wichtigsten dieser Reaktoren abgeschaltet, die fast zwei Drittel des Weltbedarfs decken. Das Problem wird sich auch nach Wiederinbetriebnahme dieser Reaktoren längerfristig verschärfen, da alle für die Produktion benutzten Forschungsreaktoren zwischen 40 und 50 Jahre alt sind und daher Stilllegungen in absehbarer Zeit zu erwarten sind.

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie fordert deshalb die Verantwortlichen in der Gesundheitswirtschaft und der Politik nachdrücklich auf, neue ReaktorKapazitäten zur Herstellung der Radiopharmaka zu schaffen. So könnte der Forschungsreaktor in Garching bei München nachgerüstet werden. Damit stünde der derzeit modernste europäische Forschungsreaktor für die langfristige Sicherung des Nachschubs medizinisch benötigter Radionuklide zur Verfügung.

19.07.2010

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