Gefährliche Augenentzündung

Der nicht-infektiösen Uveitis auf der Spur

Patienten, die unter einer seltenen Form der Uveitis leiden, müssen mit einer deutlichen Verschlechterung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung rechnen. Dabei ist insbesondere die Gefäßhaut des hinteren Auges von einer Entzündung betroffen. In einem Nationalen Register sollen nun die Krankheits- und Therapieverläufe sowie Daten zur Lebensqualität der behandelten Patienten dokumentiert und ausgewertet werden.

© Carsten Heinz

Da es sich um eine sehr seltene Erkrankung handelt, fehlen dazu bislang gute Daten und Evidenz

Carsten Heinz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben in den nächsten fünf Jahren mit 2,7 Millionen Euro.

Bei der Uveitis handelt es sich um eine seltene Augenentzündung. Ist insbesondere die Gefäßhaut des hinteren Auges betroffen, kann dies bei bis zur Hälfte der Patienten zu einer deutlichen Verschlechterung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen. „Die nicht-infektiöse Uveitis des hinteren Augensegments führt häufig zu Sehverschlechterungen, deshalb ist für sie der Bedarf an Therapien am größten“, sagt Prof. Dr. Robert P. Finger von der Universitäts-Augenklinik Bonn, der Koordinator des Projektes. „Da es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt, müssen oft dauerhaft Immunsuppressiva eingenommen werden.“ Die meisten Betroffenen sind im erwerbstätigen Alter, weshalb die Erkrankung mit einem erheblichen beruflichen Ausfall oder sogar dauerhaften Einschränkungen verbunden sein kann.

Oberstes Behandlungsziel ist, sowohl unerwünschte Wirkungen der Medikamente als auch ein Wiederaufflammen der Entzündung und damit eine weitere Verschlechterung des Sehvermögens zu vermeiden. „Da es sich um eine sehr seltene Erkrankung handelt, fehlen dazu bislang gute Daten und Evidenz“, sagt Prof. Dr. Carsten Heinz vom Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster.

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Foto des hinteren Augenabschnittes eines Patienten mit chronischer Entzündung der Aderhaut: Die große, unregelmäßig begrenzte Läsion in der linken Hälfte des Bilds ist eine große Narbe, daneben kleine Narben im Bereich der Netz- und Gefäßhaut, die alle durch die Uveitis entstanden sind.

© Carsten Heinz

Um eine bessere Basis für die künftige Behandlung der Erkrankung zu schaffen, bauen die Wissenschaftler nun ein Nationales Register für nicht-infektiöse Uveitis des hinteren Augensegments (Treatment-exit options for non-infectious Uveitis = TOFU) auf. Es ist ein Register der Sektion Uveitis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, das von Prof. Finger und Prof. Heinz geleitet wird.

Alle großen Uveitis-Zentren in Deutschland beteiligen sich daran und dokumentieren die Krankheits- und Therapieverläufe sowie Daten zur Lebensqualität der behandelten Patienten. Weil auch rheumakranke Personen von Uveitis betroffen sein können, arbeitet das TOFU-Register eng mit dem Deutschen Rheumaforschungszentrum zusammen, an dem bereits mehrere Rheuma-Register laufen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben in den nächsten fünf Jahren mit 2,7 Millionen Euro.

„Mit dem TOFU-Register wächst in den nächsten Jahren eine Basis heran, die hochqualitative Daten zur nachweisgestützten Behandlung mit immunmodulierenden Therapien bei nicht-infektiöser Uveitis liefert“, sagt Finger. Die Wissenschaftler werden das Register auswerten und Berichte zu den wegweisenden Ergebnissen erstellen. Darauf basierend kann dann die Fachgesellschaft zum Beispiel Behandlungsempfehlungen herausgeben. Das TOFU-Register wird bereits jetzt von der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft kofinanziert und soll über den BMBF-Förderzeitraum hinaus fortgeführt werden.


Quelle: Universität Bonn

15.05.2019

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