Dickdarmkrebs

Biomarker spüren aggressive Tumore auf

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Patienten, die an Dickdarmkrebs im frühen Stadium leiden, könnten in Zukunft von spezifischen Gentests profitieren, die ihre Prognose vorhersagen und dabei helfen, die richtige Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie zu treffen.

Mikroskop
Der Bluttest kann bei der schwierigen Entscheidung helfen, ob Patienten im frühen Stadium eine Chemotherapie bekommen sollen.
Quelle: pixabay

Zwei Biomarker dafür sind das MACC1-Gen, dessen Aktivität mit der Ausbildung von Metastasen und aggressivem Tumorwachstum verbunden ist, und das dMMR-System, das fehlerhafte Reparaturmechanismen der DNA und Tumorbildung anzeigt. Das Vorhandensein eines fehlerhaften Reparaturmechanismus und eine niedrige Genaktivität von MACC1 erhöht die Lebenserwartung der Patienten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin, Berlin, haben eine Untersuchung an rund 600 Darmkrebs-Patienten im Stadium II (lokal-aggressiver Tumor ohne Metastasen) erstmals gezeigt, dass der MACC1-Gentest dazu beitragen kann, die Patienten mit fehlerhaftem Reparatursystem weiter zu differenzieren. Ist bei ihnen die MACC1-Genaktivität niedrig, so haben sie eine ähnlich günstige Prognose wie Patienten, deren Reparatursystem fehlerhaft ist; ihre Überlebenszeit nach fünf Jahren liegt bei 100 Prozent. Die Gentests könnten Auswirkungen auf die Behandlungsempfehlung haben, da diese Patienten nicht von einer Chemotherapie profitieren.

Der Bluttest kann das erhöhte Risiko für eine Rückkehr des Tumors und eine Metastasierung anzeigen. Er hilft bei der schwierigen Entscheidung, ob Patienten im frühen Stadium eine Chemotherapie bekommen sollen.

Ulrike Stein

Entscheidung über Chemotherapie

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, genetische Subtypen der bösartigen Darmtumoren zu identifizieren, die eine unterschiedliche Prognose der Erkrankung haben. So weisen bis zu 15 Prozent der bösartigen Tumoren des Dickdarms fehlerhafte DNA-Reparaturmechanismen auf, die sogenannte DNA mismatch repair deficiency (dMMR). Ein aussagekräftiger Biomarker ist ebenfalls das Gen MACC1, das von Ulrike Stein und Kollegen 2009 am MDC in Berlin identifiziert worden ist. MACC1 steht für „Metastasis-Associated in Colon Cancer 1“ - mit Metastasen bei Dickdarmkrebs assoziiertes Gen. Ein Bluttest für den Nachweis von MACC1 ist patentiert.

Die 5-Jahres-Überlebenszeit der Patienten mit Darmkrebs im Stadium I - III und einem niedrigem MACC1-Wert liegt bei 80 Prozent, im Vergleich zu nur 15 Prozent für Patienten mit hohen MACC1-Werten. „Der Bluttest kann das erhöhte Risiko für eine Rückkehr des Tumors und eine Metastasierung anzeigen“, so Ulrike Stein. „Er hilft bei der schwierigen Entscheidung, ob Patienten im frühen Stadium eine Chemotherapie bekommen sollen.“ Dies bezieht nun auch die Patienten ein, deren Reparaturmechanismen im Stadium II der Erkrankung eingeschränkt sind.

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

29.07.2017

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