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News • Therapieansatz für bakteriellen Erreger
Auf dem Weg zu Antikörpern gegen Pseudomonas aeruginosa
PANTIPA gehört zu den Leuchtturmprojekten des DZIF, die besondere Unterstützung und Beratung durch das Team der DZIF-Produktentwicklung (PDU) erhalten.
Das DZIF-Leuchtturmprojekt PANTIPA hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Nach erfolgreichen präklinischen Arbeiten am Universitätsklinikum Köln und am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung startet nun die Entwicklung und GMP-konforme Herstellung eines monoklonalen Antikörpers gegen den bakteriellen Erreger Pseudomonas aeruginosa. Dafür konnte die Celonic Group als Partner für die Prozessentwicklung und Produktion gewonnen werden. Ziel von PANTIPA ist es, eine innovative Antikörpertherapie bis zur klinischen Prüfung weiterzuentwickeln und damit neue Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit schweren Infektionen zu schaffen.
Mit UHC-D9b verfolgen wir einen neuen therapeutischen Ansatz, der nicht das Bakterium selbst angreift, sondern gezielt einen krankmachenden Mechanismus blockiert
Jan Rybniker
Pseudomonas aeruginosa gilt als ein besonders problematischer Erreger, der häufig gegen mehrere herkömmliche Antibiotika resistent ist und schwer behandelbare Infektionen verursachen kann. Insbesondere bei schwerkranken oder immungeschwächten Patientinnen und Patienten kann er lebensbedrohliche Infektionen wie Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Sepsis auslösen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt P. aeruginosa deshalb zu den Erregern, für die dringend neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden müssen.
Ein wichtiger Virulenzmechanismus des Erregers ist das sogenannte Typ-III-Sekretionssystem (T3SS). Über dieses injiziert das Bakterium giftige Proteine direkt in menschliche Zellen, was den Krankheitsverlauf verschlimmern kann. Ein zentrales Bauteil dieses Systems ist das Protein PcrV, das wie ein „Schlüssel“ für den Angriff des Bakteriums wirkt. Eine Blockade von PcrV hemmt die Funktion des T3SS – das Bakterium verliert dadurch einen wesentlichen Teil seiner Virulenz. Forschende ds Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Uniklinik Köln haben entdeckt, dass Menschen, die über längere Zeit mit P. aeruginosa infiziert sind, besonders wirksame Antikörper gegen PcrV bilden. Antikörper sind natürliche Abwehrstoffe unseres Immunsystems, die gezielt Krankheitserreger oder deren Bestandteile erkennen und neutralisieren können. Auf dieser Grundlage konnten im Labor monoklonale Antikörper (mAbs) isoliert werden, die direkt gegen PcrV gerichtet sind. Im Tiermodell zeigte sich, dass diese Antikörper sowohl die Anzahl der Bakterien als auch die Schäden am Lungengewebe verringerten – ähnlich effektiv wie klassische Antibiotika. Als vielversprechendster Entwicklungskandidat wurde der Antikörper UHC-D9b ausgewählt.
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News • Neuer Ansatz gegen P. aeruginosa & Co.
Antikörper im Einsatz gegen resistente Krankenhauskeime
Infektionen mit dem Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa sind gefürchtet. Forschende gehen nun einem neuen Ansatz zur Behandlung akuter und chronischer Infektionen nach.
„Mit UHC-D9b verfolgen wir einen neuen therapeutischen Ansatz, der nicht das Bakterium selbst angreift, sondern gezielt einen krankmachenden Mechanismus blockiert. Damit schaffen wir die Voraussetzung, eine innovative Antikörpertherapie aus der präklinischen Forschung in die klinische Entwicklung zu überführen“, erklärt Prof. Dr. Dr. Jan Rybniker von der Uniklinik Köln, der das Projekt gemeinsam mit PD Dr. Dr. Alexander Simonis leitet.

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Das Projekt kann nun den nächsten entscheidenden Schritt Richtung klinischer Entwicklung gehen. In der zweiten Projektphase wird der ausgewählte Antikörper UHC-D9b unter streng kontrollierten Bedingungen (Good Manufacturing Practice, GMP) in Zellkulturen produziert und gegen zahlreiche klinische Pseudomonas-Isolate geprüft, um seine Wirksamkeit gegen unterschiedliche Bakterienstämme zu untersuchen. Für die GMP-Produktion wurde die in der Schweiz ansässige Celonic Group als spezialisierter Entwicklungs- und Herstellungspartner gewonnen.
Langfristig soll der Antikörper zwei Einsatzmöglichkeiten bieten: die gezielte Behandlung akuter Infektionen mit P. aeruginosa, etwa bei Lungenentzündung oder Sepsis, sowie den vorbeugenden Schutz besonders gefährdeter Patientinnen und Patienten durch passive Immunisierung.
Quelle: Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
26.08.2026



