Netzwerk CleanMed

Sauberkeit in der Medizintechnik

Ein wegweisendes Projekt ist jetzt unter der Leitung der Clusterorganisation MedicalMountains in Tuttlingen gestartet worden: Gleich 24 Netzwerkpartner haben sich zu „CleanMed – dem Kompetenznetzwerk für technische Sauberkeit, Reinigbarkeit und Sterilisierbarkeit in der Medizintechnik“ zusammengefunden, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird.

Wie müssen Oberflächen von Medizinprodukten beschaffen sein, damit sie gut...
Wie müssen Oberflächen von Medizinprodukten beschaffen sein, damit sie gut gereinigt werden können? - Dies ist eine der Fragen, mit denen sich CleanMed beschäftigt.
Quelle: panthermedia.net/Westend61

„Ziel des Netzwerks ist es, neue Prozesse und Dienstleistungen zu entwickeln, mit denen Produkte möglichst frei von Fertigungsrückständen hergestellt werden können und die im Gebrauchszyklus zugleich gut zu reinigen und zu sterilisieren sind“, erläutert Clustermanagerin Yvonne Glienke. Die Teilnehmer eint das Wissen, dass sie die vielfältigen Herausforderungen im Alleingang nicht würden leisten können – der technologische Fortschritt aber gemeinsam zu erreichen ist. Neben vielen Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Schwerpunkt Tuttlingen sind auch Forschungseinrichtungen sowie vier Unternehmen aus der Schweiz engagiert.

Das Netzwerk ist breit aufgestellt und umfasst sowohl Entwicklungsdienstleister, die klassischen Hersteller von medizintechnischen Instrumenten und Implantaten als auch die Hersteller von Reinigungsanlagen und Reinigungsmitteln. Zudem werden Dienstleister für Reinigungsverfahren integriert. Expertise aus dem Kunststoffbereich bringt das Kunststoff-Institut Südwest (KISW) in Villingen-Schwenningen ein. Mit dem Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut an der Universität Tübingen (NMI) sowie dem Fraunhofer IPA (Stuttgart) sind renommierte Adressen für technische Sauberkeit aus der Forschung vertreten.

In ersten Treffen in der Beruflichen Bildungsstätte wurden erste konkrete Ansatzpunkte festgelegt. So wird sich eine Arbeitsgruppe damit beschäftigen, dass bereits bei der Konstruktion von Instrumenten bedacht wird, dass sie später gute Reinigungseigenschaften aufweisen. Alternative Oberflächenbehandlungen zur Erzeugung matter Oberflächen stehen ebenso auf der Agenda wie die Weiterentwicklung von Reinigungssubstanzen, die einerseits gut wirken müssen, aber nicht die empfindlichen Gerätschaften angreifen dürfen.

„Langfristig könnte sich der Verbund aus den Teilnehmern zu einem etablierten Kompetenzzentrum für die Reinigung von medizintechnischen Produkten mit festgelegten Strukturen, Abläufen und nachhaltiger Eigenfinanzierung entwickeln“, blickt Cluster-Managerin Glienke in die Zukunft. Im Ergebnis soll die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen spürbar verbessert werden. Denn technische Sauberkeit, Reinigbarkeit und Sterilisierbarkeit als Qualitätsmerkmal für Implantate und Instrumente aus dem Cluster MedicalMountains stärken die Marktaussichten und damit den Standort erheblich.

Quelle: MedicalMountains

27.05.2015

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